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Zwei Tage Strom im Filmpodium: Audiovisionen aus Marokko

Seit 2013 erkundet das Zürcher Biennale-Festival Zwei Tage Strom die vielfältigen Ausdrucksformen elektroakustischer Musik. Im Fokus stehen Positionen, die neue Wege des Hörens eröffnen und Klangpraktiken sichtbar machen, die im dichten Rauschen der Musikwelt unterzugehen drohen. Wir freuen uns, dass das Festival zum zweiten Mal bei uns zu Gast ist; diesmal mit neuer Musik aus Marokko. Zwei Live-Konzerte und zwei Filme stehen auf dem Programm.


Do 29.10. Filmpodium Zürich
Fr 30.10. – Sa 31.10. Kunstraum Walcheturm, Zürich

Detaillierte Informationen zum Programm: 2tagestrom.ch

Der Eröffnungsabend ist eine Koproduktion von Filmpodium und «Zwei Tage Strom.»
Ticket für das Programm des Eröffnungsabends im Filmpodium: CHF 27.—


Das Musik- und Filmprogramm beleuchtet die Verschmelzung traditioneller mit westlich geprägter neuer Musik in Marokko: Die elektroakustischen Kompositionen des marokkanischen Musikpioniers Ahmed Essyad (*1938), die in den 1970er-Jahren entstanden, schöpfen aus den Klängen der Volksmusik, wie sie Ende der 1950er-Jahre in marokkanischen Dörfern zu hören war. Der Schweizer Klangkünstler und -forscher Gilles Aubry hingegen arbeitet mit modularen Synthesizern und KI-basierten Klangquellen und knüpft dabei an ein marokkanisches Lied über Maschinen aus den 1930er-Jahren an. Beide Künstler verhandeln auf unterschiedliche Weise kulturelle, technische und politische Fragestellungen und eröffnen dabei faszinierend eigenständige klangliche Perspektiven. Einer visuellen Entsprechung dazu begegnen wir in den Filmen der Künstlerin und Kulturaktivistin Laila Hida. Ihre Arbeit widmet sich den Spuren von Erinnerung und Sehnsucht, die in Fragmenten, Bildern, Objekten und Gesten fortleben und sich zwischen Fakt und Fiktion bewegen.

Eröffnungsabend im Filmpodium

19:30

Konzert
ELEKTROAKUSTISCHE WERKE VON AHMED ESSYAD

Ahmed Essyad (Elektronik)

«Toubkal», 1972, 12'
«Sultane», 1973, 14'

«Toubkal» bezieht sich auf den gleichnamigen Gipfel, der das Hohe Atlasgebirge überragt, die Wiege der Amazigh-Kultur. Der Titel ist eine Geste der Solidarität mit dieser stigmatisierten und bedrohten Kultur. «Sultane» ist das Ergebnis einer Reflexion über Erde und Boden. Inspiration dieser Komposition war ein Kriegslied, das in den 1950er-Jahren in Taza aufgenommen wurde.

Anschliessend:

GESPRÄCH MIT AHMED ESSYAD UND GILLES AUBRY
Die Musiker und Komponisten Ahmed Essyad und Gilles Aubry gewähren Einblicke in ihr Schaffen. Dabei stehen Fragen nach kultureller Identität, musikalischen Wurzeln und dem Dialog zwischen unterschiedlichen Traditionen im Zentrum.

21:00

Konzert
SET VON GILLES AUBRY MIT MODULAREM SYNTHESIZER UND COMPUTER

Gilles Aubry (Synthesizer, Computer)

«L’Makina», 2023, 30'

Das Stück lotet die Möglichkeiten eines virtuellen Klangmodells aus, das in Zusammenarbeit mit Musikern aus Marokko entwickelt wurde. «L'Makina» bezieht sich auf ein Lied des Amazigh-Musikers L’Haj Belaid aus den 1930er-Jahren. Darin staunt dieser über die Fähigkeit des Phonografen, Sprache und Musik wiederzugeben, und fragt sich als Dichter, ob es überhaupt noch Sinn macht, weiterhin Verse zu verfassen. Diese Reflexion wirkt erstaunlich aktuell und berührt zentrale Fragen zum Verhältnis von Mensch, Maschine und künstlicher Intelligenz.

Anschliessend:

Sangeh Khara (Harter Stein) 10'

Salam Godzilla 40'

Gesamtdauer: 50 Min.

Programm

Laila Hida (Marokko 2025)

Poetisch und zugleich politisch erkundet Laila Hida die Oasen-Landschaften im Süden Marokkos: die Wüste als Ort voller Geschichten und lebendiger Erinnerungen. Und zugleich eine Auseinandersetzung mit kolonialen und postkolonialen Orient-Vorstellungen.

Drehbuch: Laila Hida

10 Min., Farbe, 16 mm, Arab+F+E/e


Gilles Aubry (Marokko/Schweiz 2019)

Gedreht im Kino Salam und in dessen Umgebung in Agadir, verdichtet der Film Archivaufnahmen, seismische Daten, Dinosaurierspuren an den Küsten der Region und ein Gedicht des Sängers Ali Faiq zu einer vielschichtigen filmischen Erzählung des verheerenden Erdbebens von Agadir im Jahr 1960. Der Zufall wollte es, dass in diesem Kino in jener Nacht ausgerechnet Godzilla, King of the Monsters! lief – ein ikonisches Werk über die von Katastrophen geprägte Moderne.

Drehbuch: Gilles Aubry
Kamera: Gilles Aubry
Musik: Gilles Aubry
Schnitt: Gilles Aubry

40 Min., Farbe, DCP, Berbersprachen+F+E/e

Veranstaltungsdatum