In den Bergen Sardiniens gerät der Schafhirt Michele zu Unrecht unter Verdacht, Komplize von Räubern zu sein, die einen Carabiniere erschossen haben. Da er seine Unschuld nicht beweisen kann, sieht er sich zur Flucht gezwungen und gerät erst recht in den Ruch des Gesetzlosen.
Der Dokumentarfilmer Vittorio De Seta legte 1961, als schon die Ära Fellinis und Antonionis angebrochen war, sein Spielfilmdebut Banditi a Orgosolo vor, das stark auf den Neorealismus zurückgreift. Ohne psychologische, soziale oder politische Hintergründe auszuloten, präsentiert er den Konflikt zwischen der fast mittelalterlich-bäurischen Kultur Sardiniens und dem Staat Italien, der als verständnislose Kolonialmacht erscheint. Seine schnörkellose Inszenierung, die die Menschen als Teil der unveränderlichen Landschaft erscheinen lässt, brachte De Seta in Venedig zahlreiche Preise ein, darunter die Auszeichnung für den besten Erstling. (mb)
Drehbuch: Vera Gherarducci, Vittorio De Seta
Kamera: Vittorio De Seta
Musik: Valentino Bucchi
Schnitt: Jolanda Benvenuti
Mit: Michele Cossu (Michele), Vittorina Pisano (Mintonia), Peppeddu Cuccu (Peppeddu)
98 Min., sw, 35 mm, I/e