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Metropolis
Fritz Lang (Deutschland 1927)

In der Zukunftsstadt Metropolis, deren Glanz und Reichtum von unterirdisch lebenden Proletariermassen geschaffen wird, entfesselt ein dämonischer Wissenschaftler einen Sklavenaufstand, indem er einen weiblichen Maschinenmenschen als Agitatorin benutzt.
«Metropolis ist ein Science-Fiction- und Monumentalfilm, der die Zukunft als Wiederkehr der Sklavenhalter-Gesellschaft auf dem höchsten Niveau der Technik darstellt: als Anti-Utopie. Dabei verbinden Lang und die Drehbuchautorin Harbou die Gegenwart der zwanziger Jahre (...) mit mythischen und religiösen Elementen. Die Hybris des Turmbaus zu Babel gewinnt in der Destruktivkraft inhumaner Technik apokalyptische Dimensionen. Nicht zufällig erinnern die eindrucksvollen Bilder der Flutkatastrophe an die Sintflut. Doch weder den mythisch-religiösen Aspekten noch den illusionären sozialromantischen Elementen, die sich im Handschlag von Kapital und Arbeit manifestieren, gilt Langs Hauptinteresse. In Metropolis inszeniert er Technik und Maschinenwelt als zur Abstraktion tendierende Architektur, in der sich ein neues, immens dynamisiertes Zeit-Raum-Erleben ereignet.» (Bernd Kiefer, in: Reclam Filmklassiker)
83 Jahre nach der Uraufführung feierte die restaurierte Fassung des Stummfilmklassikers bei der Berlinale 2010 ihre Premiere. «Die Verstümmelung des Monumentalfilms hatte unmittelbar nach seiner Premiere am 10. Januar 1927 im Berliner Ufa-Palast am Zoo begonnen. Die von der Filmprüfstelle mit einer Länge von 4189 Metern genehmigte Fassung lief dort vier Monate lang ohne Erfolg, weshalb die Ufa den Film zurückzog und eine deutlich gekürzte Fassung mit einer Länge von 3241 Metern für den landesweiten Kinostart im Sommer 1927 herstellte. Über Jahrzehnte hinweg galten entscheidende Teile des Films als verschollen. Durch den sensationellen Fund eines 16-mm-Negativs in Buenos Aires 2008 und die aktuelle Restaurierung kann Metropolis in der ursprünglichen, um mehr als dreissig Minuten längeren Fassung nahezu vollständig restauriert gezeigt werden.» (Berlinale Katalog, 2010)
Metropolis ist einer der wenigen Stummfilme, deren Originalpartitur als dem Film künstlerisch ebenbürtig gilt. Das Filmpodium zeigt ihn erstmals mit der Neueinspielung der Musik von Gottfried Huppertz.

Drehbuch: Thea von Harbou, nach ihrem Roman
Kamera: Karl Freund, Günther Rittau
Musik: Gottfried Huppertz
Schnitt: Fritz Lang

Mit: Brigitte Helm (Maria/Maschinenmensch), Alfred Abel (Joh Fredersen), Gustav Fröhlich (Freder Fredersen, sein Sohn), Rudolf Klein-Rogge (Rotwang, der Erfinder), Fritz Rasp (der Schmale), Theodor Loos (Josaphat), Erwin Biswanger (Nr. 11811), Heinrich George (Grot, Wärter der Herzmaschine), Olaf Storm (Jan), Hanns Leo Reich (Marinus), Heinrich Gotho (Zeremonienmeister), Margarete Lanner (Dame im Auto)

144 Min., sw, DCP, Stummfilm mit Musik, dt. Zw'titel, J/14

Spieldaten


Vergangene Vorstellungen:
Fr,
14.4.2017
15:00
Fr,
21.4.2017
20:45