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Wachtmeister Studer
Leopold Lindtberg (Schweiz 1939)

In Gerzenstein wird eine Leiche mit Kopfschuss aufgefunden. Ein Gärtnergehilfe wird als Mordverdächtiger inhaftiert und macht einen Selbstmordversuch. Wachtmeister Studer von der Berner Kantonspolizei rettet ihm das Leben und versucht die Hintergründe des Falls aufzuklären.
«Kurz bevor sein Wachtmeister – der zu redlich und zu mitfühlend ist, um einen guten Beamten abzugeben – dank Gretler zu einem nationalen Symbol wird, stirbt Glauser, sein Schöpfer, geächtet, verkannt und totgeschwiegen. (...) Glausers zärtlich-verletzlicher, schlauer und insgeheim beklommener Studer wird paternalistisch, mürrisch, massig (...) – plumpe Biederkeit und redliche (wenn auch leicht auf Vorteil bedachte) Gutmütigkeit ersetzen die Subversivität der Originalfigur. (...) Der Marlowe der Berner Armenviertel verwandelt sich in einen ländlichen und markigen Maigret, mit Brissago statt Pfeife, stämmig, währschaft, knollennasig. (...) Lindtbergs erster Film, für den er vollumfänglich verantwortlich zeichnet (...); es glückt ihm eine an Renoir erinnernde perfekte Osmose zwischen den handelnden Personen und ihrem Hintergrund, d. h., mit bemerkenswerter Treffsicherheit die ‹richtige› Stimmung zu schaffen.» (Hervé Dumont: Geschichte des Schweizer Films, Schweizer Filmarchiv/Cinémathèque suisse 1987)
«Hier wurde, dem Vorwurf Friedrich Glausers folgend, ein schweizerischer Typus des Detektivs geschaffen, Bild und Vorbild eines Mannes, der zwar von spiesserhaftem Aussehen ist, rauh und ungehobelt im Benehmen; in dessen Innern aber tief eingelagert Mitgefühl und Verständnis für die Versuchungen vorhanden sind, die den Bürger auf Abwege führen. Er ist Bild und Vorbild eines Mannes, der, indem er im Namen des Gesetzes für Ordnung und für das Gute sorgt, die seelischen Spannungen nachzufühlen imstande ist, zu denen das Böse oder allgemein die Not des Gemütes den Menschen hindrängt.» (Martin Schlappner, in: Vergangenheit und Gegenwart des Schweizer Films 1896–1987, Schweizerisches Filmzentrum 1987)

Drehbuch: Richard Schweizer, Horst Budjuhn, Kurt Guggenheim, nach dem Roman von Friedrich Glauser
Kamera: Emil Berna
Musik: Robert Blum
Schnitt: Käthe Mey

Mit: Heinrich Gretler (Wachtmeister Hermann Studer), Bertha Danegger (Mutter Aeschbacher), Anne-Marie Blanc (Sonja Witschi), Adolf Manz (Aeschbacher, Bürgermeister), Armin Schweizer (Gottlieb Ellenberger), Ellen Widmann (Anastasia Witschi), Robert Troesch (Armin Witschi), Robert Bichler (Erwin Schlumpf), Hans Kaes (Murmann, Polizist), Zarli Carigiet (Schreier), Rudolf Bernhard (Schwomm), Sigfrit Steiner (Dr. Steffen, Untersuchungsrichter)

109 Min., sw, Digital HD, Dialekt/d, 12 J

Spieldaten


Vergangene Vorstellungen:
Mi,
17.5.2017
15:00
Fr,
19.5.2017
20:45
Di,
23.5.2017
18:15