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Roma, città aperta
Roberto Rossellini (Italien 1945)

English text below

Rom, 1944: Hunger und Angst beherrschen die Stadt, Razzien, Verhaftungen und Folter durch die SS sind an der Tagesordnung. Der Widerstandskämpfer Manfredi flüchtet vor einer deutschen Patrouille in die Wohnung von Francesco und dessen Verlobter Pina. Einen Tag später wird Francesco von der SS verhaftet – wahnsinnig vor Angst läuft Pina ihm hinterher.
Noch während der NS-Besatzung Italiens geplant und nach der Befreiung mit bescheidensten technischen und finanziellen Mitteln gedreht: Der Film ist eines der Schlüsselwerke des Neorealismus und machte Roberto Rossellini und Anna Magnani zu internationalen Stars.
«Auf der Suche nach neuen Themen und Stilen, die die veränderten Realitäten widerspiegelten, entwickelten die italienischen Filmemacher eine neue Sprache des Kinos. Eine Reihe von Filmen zwischen Roma, città aperta und Umberto D war zentral. (...) Sie veränderten das Gespür des Films für die Beschaffenheit der Zeit und das Wesen des Dramas. (...) Diese Filme hatten einen tiefgreifenden Einfluss auf das Kino in Lateinamerika, Indien, Iran und anderswo und ermöglichten ein postkoloniales Weltkino. (...) Rossellini erzählte verstörende Geschichten. (...) Nicht nur war das menschliche Drama erschütternd, sondern er forderte auch die Geschmacksnormen des Mainstream-Kinos heraus. (...) Er vermied absichtlich dramatische Schlüsselmomente hoher Emotionen (...), ‹wenn ich aus Versehen eine schöne Einstellung mache, schneide ich sie heraus›, und beseitigte damit Drama und visuellen Glanz, wofür das Publikum sonst Kinotickets kaufte. Rossellini machte das Dissidentenkino der 1920er-Jahre zu einer nationalen und politischen Filmbewegung, obwohl – vielleicht wenig überraschend – die Strenge seiner Techniken an den Kinokassen wenig Anklang fand.» (Mark Cousins: The Story of Film, Pavilion 2020)

“Searching for new themes and styles to reflect changing realities, Italian filmmakers evolved a different language of cinema. A series of films between Roma, città aperta und Umberto D were central to this new language. They looked different and the experience of watching them was new. (…) They changed cinema’s sense of what constitutes time and the nature of drama. (…) They had a profound influence on cinema in Latin America, India, Iran and elsewhere, creating the possibility for post-colonial world cinema. (…) Roberto Rossellini told disturbing stories (…). Not only was the human drama shocking, but Rossellini challenged standards of taste in mainstream cinema (…) He purposefully failed to show key dramatic moments of high emotion (…), ‘if I mistakenly make a beautiful shot, I cut it out’, and by doing so, he removed the reasons, such as drama and visual gloss, why the public bought movie tickets. Rossellini turned 1920s dissident cinema into a national and political film movement although – perhaps unsurprisingly – the rigour of his techniques did not find favour at the box office.“ (Mark Cousins: The Story of Film, Pavilion 2020)

Drehbuch: Sergio Amidei, Federico Fellini, nach einem Stoff von Sergio Amidei
Kamera: Ubaldo Arata
Musik: Renzo Rossellini
Schnitt: Eraldo Da Roma

Mit: Anna Magnani (Pina), Aldo Fabrizi (Don Pietro Pellegrini), Marcello Pagliero (Giorgio Manfredi alias Luigi Ferraris), Maria Michi (Marina Mari), Francesco Grandjacquet (Drucker Francesco), Harry Feist (Major Bergmann), Vito Annichiarico (Marcello), Giovanna Galletti (Ingrid)

103 Min., sw, DCP, I/d

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