Nüschelerstrasse 11, 8001 Zürich - 044 415 33 66

< Zurück
  • trailer
All That Heaven Allows
Douglas Sirk (USA 1955)

Eine amerikanische Vorstadt in den 50er-Jahren: Die einsame Witwe Cary Scott verliebt sich in den jüngeren Gärtner Ron Kirby. Die eigenen Kinder und Freunde reagieren mit Unverständnis und Ablehnung, worauf Cary sich gezwungen sieht, die Beziehung abzubrechen.
«Douglas Sirk, 1900 in Dänemark geboren und in Deutschland aufgewachsen, wurde in seinen Zwanzigern Theaterregisseur und wandte sich dann dem Film zu. (...) Er floh vor den Nazis und kam schliesslich nach Hollywood (...). Als Intellektueller empfand er Studiodrehbücher als einschränkend, aber er drehte eine Reihe äusserst erfolgreicher Hochglanz-Melodramen über die sexuelle Schattenseite des amerikanischen Mittelstands. Der einflussreichste dieser Filme war All That Heaven Allows. (...) Sirk hatte von seinem Vater Henry David Thoreaus ‹Walden› geschenkt bekommen; er liebte das Buch und wob es in seine Geschichte über Vorurteile ein. Um die Figur des Gärtners schuf er eine Reihe von Bildern, die die Natur symbolisieren, und kontrastierte diese mit dem sterilen Leben von Carys voreingenommenen Freunden. Liebevoll schildert Sirk die üppigen Details von Eisenhowers Mittelstandsamerika in einem übernatürlichen Licht. Cary wird zunehmend von dieser Utopie eingeengt, während Sirk deren Konformität und Bösartigkeit entlarvt. Ihre Freunde meinen, der Gärtner sei für Cary zu jung und zu sehr Arbeiterbursche. Sie sind über Carys sexuelles Verlangen und ihren Wunsch, dieses auszudrücken, empört und erwarten von ihr, dass sie ihre Gefühle sublimiert und in ein Interesse für Gardinen und gepflegten Rasen umwandelt. In einer erschütternden Szene bekommt Cary von ihren Kindern einen Fernseher geschenkt. (...) Sirk zeigt ihr Spiegelbild, das in dessen Glasrahmen gefangen ist. All That Heaven Allows wurde zu einem der meistzitierten Beispiele subversiven Mainstream-Filmschaffens.» (Mark Cousins: The Story of Film, Pavilion 2020)

Drehbuch: Peg Fenwick, nach einer Erzählung von Edna L. Lee, Harry Lee
Kamera: Russell Metty
Musik: Frank Skinner
Schnitt: Frank Gross, Fred Baratta

Mit: Jane Wyman (Cary Scott), Rock Hudson (Ron Kirby), Agnes Moorehead (Sara Warren), Conrad Nagel (Harvey), William Reynolds (Ned Scott), Gloria Talbott (Kay Scott), Virginia Grey (Alida Anderson), Charles Drake (Mick Anderson), Jacqueline deWit (Mona Plash), Leigh Snowden (Jo-Ann Grisby), Hayden Rorke (Dr. Dan Hennessy)

89 Min., Farbe, DCP, E/d

Spieldaten
Fr.,
3.9.2021
15:00
Mi.,
8.9.2021
19:00