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Vertigo
Alfred Hitchcock (USA 1958)

English text below

Der Polizeibeamte Scottie leidet unter Höhenangst und muss den Dienst quittieren. Er wird von einem früheren Freund engagiert, um dessen suizidgefährdete Frau Madeleine zu beschatten. Scottie verliebt sich in die geheimnisvolle blonde Schönheit. Als sie aber in einem Glockenturm nach oben flüchtet, muss er – von seiner Höhenangst wie gelähmt – zusehen, wie sie sich zu Tode stürzt. Er verfällt in tiefe Melancholie. Da begegnet ihm eines Tages auf der Strasse eine Frau, die Madeleine gleicht.
Vertigo steht aktuell auf Platz eins der bedeutenden «Greatest Films of All Time»-Liste von «Sight & Sound».
«Scottie verliebt sich in eine Frau, die scheinbar stirbt, sieht eine andere, die ihr ähnelt, und kann nicht anders, als die zweite langsam nach dem Bild der ersten umzumodeln. (...) Hitchcock steht seit den 1940er-Jahren unter dem Einfluss von Freud und dem Surrealismus und hat Vertigo auf Freuds Theorie der Skopophilie, der sexuellen Lust am Schauen, aufgebaut. Scottie folgt der zweiten Frau obsessiv, die für den Regisseur typischen träumerischen Kamerafahrten bewegen sich mit ihm und spiegeln seine flüchtigen Blicke, seine Verwunderung und sein Begehren wider. (...) Scottie will im Endeffekt mit einer Toten schlafen. Hitchcock liess seinen Film in Pastellfarben gestalten. Selbst das Make-up und die blauen Augen von James Stewart sind in einer 1950er-Jahre-haften, künstlichen Weise überbetont. Eine Traumsequenz treibt diese Verbindung von Farbe und Begehren auf die Spitze. Auf dem Höhepunkt des Films fährt Hitchcock vorwärts, zoomt aber zurück, um die Bildgrösse konstant zu halten und streckt so die Perspektive, um Scotties Schwindelgefühl nachzuahmen. Dies war eines der ersten Male, dass diese Technik verwendet wurde, und danach gehörte sie zum Grundvokabular für die Darstellung von Bewusstseinsverwirrung, etwa in Filmen wie Jaws.» (Mark Cousins: The Story of Film, Pavilion 2020)

Vertigo’s main protagonist, Scottie, falls in love with a a woman who apparently dies, sees another who resembles her and cannot stop himself slowly remaking the second in the image of the first. (…) Hitchcock had been influenced by Freud and surrealism since the 1940s and he based Vertigo on Freud’s theory of scopophilia, the sexual desire of looking. Scottie follows the second woman obsessively, the director’s trademark dreamy tracking shots move with him and reflect his snatched glimpses, wonderment and desire. (…) Scottie, in effect, wants to sleep with a dead person. Hitchcock had his film designed in pastel colours. Even the make-up and the blue eyes of James Stewart are over-emphasized in a 1950s, artificial way. A dream sequence takes this connection between colour and desire about as fas as it can go. In the film0s climax Hitchcock tracked forward but zoomed back to nsure that the image size stayed constant, so stretching the perspective to approximate Scottie’s own vertigo. This was one of the first times this technique had been used and thereafter it became a staple for depicting disoriented consciousness, in films like Jaws.“ (Mark Cousins: The Story of Film, Pavilion 2020)

Drehbuch: Alec Coppel, Samuel A. Taylor, nach dem Roman «D'entre les morts» von Pierre Boileau, Thomas Narcejac
Kamera: Robert Burks
Musik: Bernard Herrmann
Schnitt: George Tomasini

Mit: James Stewart (John «Scottie» Ferguson), Kim Novak (Madeleine Elster/Judy Barton), Barbara Bel Geddes (Midge Wood), Tom Helmore (Gavin Elster), Henry Jones (Untersuchungsrichter), Raymond Bailey (Scotties Arzt), Konstantin Shayne (Pop Leibel), Lee Patrick (Besitzerin von Madeleines Auto), Ellen Corby (Hotelmanagerin), Alfred Hitchcock (Passant auf der Strasse)

129 Min., Farbe, DCP, E/d

Spieldaten


Vergangene Vorstellungen:
Fr.,
16.7.2021
20:45