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Feuerpferde
(Teni Sabitich Predkowi)
Sergej Paradschanow (UdSSR/Ukraine 1965)

English text below

In einem Karpatendorf verliebt sich der junge Iwan in Maritschka, die Tochter des Mannes, der seinen Vater ermordet hat. Iwan geht auf Wanderschaft, um sein Brot zu verdienen. Maritschka wird von ihrem Vater aus dem Haus gejagt, als er von ihrer Liebe erfährt. Als sie in den Fluten eines Bergflusses umkommt, verfällt Iwan in Schwermut. Nach Jahren heiratet er eine andere Frau, doch das Bild der verstorbenen Geliebten verfolgt ihn.
Feuerpferde (auch unter dem Titel Schatten vergessener Ahnen) bekannt) war Sergej Paradschanows internationaler Durchbruch, wurde in der Sowjetunion aber wegen seiner radikalen Abkehr vom vorgeschriebenen Realismus aus den Kinos verbannt. «Paradschanow, 1924 in Georgien geboren, war armenischer Abstammung und arbeitete in der Ukraine. Wie die anderen sowjetischen Regisseure studierte er an der Moskauer Filmschule VGIK. (...) Paradschanow interessierte sich für die Musik, Malerei, Poesie und Folklore seiner Heimat. Sein neunter Film, Schatten vergessener Ahnen bzw. Feuerpferde, war sein erster, der von diesen nicht realistischen Einflüssen profitierte. (...) Der Film beginnt mit der atemberaubenden subjektiven Einstellung eines umstürzenden Baumes. Die Figuren werden wie russische Ikonen ins Bild gesetzt. Das Thema ist das von Romeo und Julia; eine Liebesgeschichte vor dem Hintergrund verfehdeter Familien in der Karpatenregion des 19. Jahrhunderts. (...) Elf Minuten nach Beginn gibt es eine Einstellung, bei der die Kamera unter einem Gänseblümchen platziert ist und nach oben blickt; Paradschanows Kamera ist selten auf Augenhöhe, und kein Regisseur seit Welles nutzt den Vordergrund besser. Immer wieder tauchen Bilder von Rehen, Halstüchern und Wäldern auf. Nachdem das Mädchen gestorben ist, sehen wir, wie sie und ihr Geliebter sich im Traum berühren. Seit Fellini oder vielleicht sogar seit Jean Cocteau wurde keine so magische und persönliche Bildwelt mehr im Kino geschaffen.» (Mark Cousins: The Story of Film, Pavilion 2020)

“The Soviet director who suffered most at the hand of the authorities was ironically from a part of the union far from Moscow. Sergei Paradjanov was born in Georgia in 1924, of Armenian descent, and worked in the Ukraine. Like the other Soviet directors he studied at the Moscow film school, VGIK. (…) Paradjanov was interested in the music, painting, poetry and folklore of his native lands. His ninth film, Shadows of Our Forgotten Ancestors was his first to benefit from these non-realist influences. (…) The film begins with a breathtaking point-of-view shot of a falling tree. His characters are framed like Russian icons. The theme is that of Romeo and Juliet; a love story set against the background of warring families in 19th Carpathia. (…) 11 minutes into the film, a shot is photographed from underneath a daisy looking up; Paradjanov’s camera is seldom at eye level and no film maker since Welles uses foreground more. Images of deer, scarves and forests recur. After the girl dies we see her and her lover touch in a dream. Not since Fellini or perhaps even Jean Cocteau has such a magical and personal visual world been created in cinema.” (Mark Cousins: The Story of Film, Pavilion 2020)

Drehbuch: Sergej Paradschanow, Iwan Tschendej, nach dem Roman von Michail Kozjubinskij
Kamera: Juri Iljenko
Musik: Miroslaw Skorik
Schnitt: M. Ponomarenko

Mit: Iwan Mikolaitschuk (Iwan), Larissa Kadotschnikowa (Maritschka), Tatjana Bestajewa (Palagna), Spartak Bagaschwili (Jurko), Nikolai Grinko (Watag, der Hirte), Leonid Engibarow (Miko, der Stumme)

97 Min., Farbe + sw, 35 mm, Russ/d/f

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