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Glut
Thomas Koerfer (Schweiz/BRD 1983)

Schweiz, 1943: Andres Korb, feinfühliges und vernachlässigtes Kind des Schweizer Waffenfabrikanten und Kunstsammlers François Korb, flüchtet sich vor der für ihn rätselhaften und beängstigenden Realität gerne in Fantasien. Verstanden fühlt er sich nur von seinem Grossvater, Oberst Wettach, und Anna, dem polnischen Flüchtlingsmädchen, das seine Eltern ihm zuliebe aufnehmen. Als sich Andres, Anna und Wettach verschwören, um einen polnischen Internierten zu befreien, kommt es zu einer Tragödie. Vierzig Jahre später kehrt Anna, die nun Hanna heisst, in die Schweiz zurück und stellt enttäuscht fest, dass sich Andres nicht vom Erbe seines Vaters zu emanzipieren vermocht hat. Zwar plagen ihn Selbstzweifel, aber wie seine Heimat hält auch er am Mythos der bewaffneten Neutralität und am Profitdenken fest.
«Der neue Film von Thomas Koerfer lässt sich auf verschiedene Arten angehen oder zusammenfassen. Das ist eine Folge seiner Vielschichtigkeit. Die barocke Schwere und Vielgestaltigkeit: Bei einem Visconti würde man sie selbstverständlich erwarten, bei Koerfer (noch) nicht unbedingt.» (Walt R. Vian, filmbulletin 132, Nov. 1983)
«Bestes Kino ist da entstanden, intelligent und ernst zugleich, von einer Spannung, die ihre Kraft sowohl aus den äusserlichen wie innerlichen Vorgängen bezieht.» (Urs Jaeggi, Zoom 18/83)

Drehbuch: Dietrich Feldhausen, Thomas Koerfer
Kamera: Frank Brühne, Pio Corradi (Dokumentar-Aufnahmen)
Musik: Peer Raben
Schnitt: Georg Janett

Mit: Armin Mueller-Stahl (François Korb/Andres Korb), Katharina Thalbach (Claire Korb), Matthias Habich (Albert Korb), Krystyna Janda (Hanna), Sigfrit Steiner (Oberst Wettach), Thomas Lücking (Andres als Kind), Agnes Zielinski (Anna), Barbara Freier (Antonia), Gudrun Geier (Lina), Walter Ruch (Karl)

112 Min., Farbe, 35 mm, D+Pol/d

Spieldaten


Vergangene Vorstellungen:
Fr.,
12.11.2021
18:00
anschl. Gespräch mit Marcy Goldberg und Jakob Tanner