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Die Mörder sind unter uns
Wolfgang Staudte (Deutschland 1946)

In den Trümmern Berlins begegnen sich der ehemalige Unterarzt Hans Mertens und die KZ-Überlebende Susanne Wallner. Beide versuchen, die Schrecken des Krieges zu verarbeiten, und kommen sich dabei näher. Als er zufällig auf einen früheren Kameraden trifft, der den Mord an über 100 Zivilisten veranlasst hatte, brechen alte Wunden auf und Mertens entschliesst sich, den Kriegsverbrecher umzubringen.
«Die deutsche Schuld ist das grosse Thema des Films. Wolfgang Staudte hatte ihn noch in den letzten Kriegswochen entworfen. Jetzt, im Nachkrieg, wurde er zu einem Zeitbild. Die Anklage, die er gegen einen deutschen Offizier führt, der im okkupierten Polen Geiseln erschiessen liess, fand in der politischen Aktualität ihre historische Dimension: Der Tag, an dem Die Mörder sind unter uns uraufgeführt wurde, war der Tag vor der Vollstreckung des Nürnberger Urteils. (…) Mehr als das äussere Bild der Nachkriegszeit reflektiert der Film eine innere Verfassung. (…) Staudtes Bildsprache schafft den ästhetischen Aufbruch: expressive Schatten, düstere, drohende Ruinen. Es sind die Erscheinungen der Wirklichkeit, die zu Seelenlandschaften werden.» (Wolfgang Gersch, Geschichte des deutschen Films, 2004).
«Staudte (…) fühlte, dass er das Starke, Tiefe, Ungeheure, das er in seinen Mördern aussagen wollte, nicht in den konventionellen, glatten Formen des deutschen Films der faschistischen Epoche aussagen konnte. Es ist kein Zufall, dass er bei der Suche nach den geeigneten Formen auf expressionistische Formen zurückgriff, dass die gestürzte und gekippte Perspektive, die eigenwillige Kameraeinstellung und (...) Lichtführung (…) direkt bei der expressionistischen, künstlerisch hoch entwickelten deutschen Stummfilmschule anknüpften, denn die akademische Glätte der vorangegangenen Filmperiode entsprach nicht dem aufwühlenden Appell, der von seinem Film ausging.» (Kurt Maetzig, Neue Filmwelt, 5/1950)

Drehbuch: Wolfgang Staudte
Kamera: Friedl Behn-Grund, Eugen Klagemann
Musik: Ernst Roters
Schnitt: Hans Heinrich

Mit: Hildegard Knef (Susanne Wallner), Ernst Wilhelm Borchert (Dr. Mertens), Arno Paulsen (Ferdinand Brückner), Erna Sellmer (Frau Brückner), Robert Forsch (Mondschein), Ernst Stahl-Nachbaur (Arzt), Wolfgang Dohnberg (Fritz Knochenhauer), Albert Johannes (Bartolomäus Timm ), Ursula Krieg (Carola Schulz)

85 Min., sw, DCP, D, ab 14

Spieldaten


Vergangene Vorstellungen:
Mi.,
1.12.2021
19:00
Mi.,
8.12.2021
15:00