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The Baby of Mâcon
Peter Greenaway (Niederlande/Frankreich/GB/Deutschland 1993)

Vor einem Publikum des 17. Jahrhunderts wird ein Stück aufgeführt über ein unschuldiges, mutmasslich heiliges Kind, das von seiner ehrgeizigen Schwester sowie von der Kirche ausgebeutet wird. Das Publikum greift in den Verlauf des Stücks ein, und es kommt zu unerklärlichen Wundern und Todesfällen und einer bestialischen Form von Bestrafung der jungfräulichen Protagonistin durch das kirchlich-patriarchalische Establishment.
Für den Atheisten Greenaway verlangen Religion und Kino von ihrem Publikum gleichermassen das Aussetzen des Unglaubens, und er geht hier diesem Phänomen auf den Grund. Trotz der offensichtlichen Theatralik der Inszenierung und diverser Verfremdungseffekte fiel das Kinopublikum auf Greenaways effektvolles Spiel mit Identifikation und Wirklichkeitsebenen herein und machte ihm die dargestellte – und denunzierte – männliche Gewalt an einer Frau zum Vorwurf.

Drehbuch: Peter Greenaway
Kamera: Sacha Vierny
Schnitt: Chris Wyatt

Mit: Julia Ormond (die Tochter), Ralph Fiennes (der Sohn des Bischofs), Philip Stone (der Bischof), Jonathan Lacey (Cosimo Medici), Don Henderson (der Beichtvater), Celia Gregory (die Mutter Oberin), Jeff Nuttall (der Majordomus)

122 Min., Farbe, DCP, E/d

Spieldaten