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Il deserto rosso
Michelangelo Antonioni (Italien/Frankreich 1964)

Die Frau eines Ingenieurs leidet nach einem Autounfall an Angstzuständen und entfremdet sich zunehmend von ihrem Mann und von ihrem kleinen Sohn, während sie sich gleichzeitig von der technisierten Umwelt immer stärker bedroht fühlt. Wieder geht es um die Unmöglichkeit menschlicher Beziehungen, um eine kalte Welt ohne soziale und emotionale Bindungen. Doch «Il deserto rosso ist wohl Antonionis ungewöhnlichster und fesselndster Film. (…) Die in verblüffender und radikaler Art bewusst irreal in Farbe getauchte Industrielandschaft macht den Film zu einem Fest fürs Auge – bloss soll uns das nicht von der eindringlichen Komplexität des Plots und der Darstellerleistungen ablenken. Monica Vitti als orientierungslose Neurotikerin war selten so gut.» (David Pirie, Time Out Film Guide)
«Giulianas (Monica Vitti) (…) Zustand ist direktes Thema des Films, und sie selbst spricht darüber in einer für Antonioni-Filme neuen Sprache – reflektierend und zugleich in ihrem Zustand befangen. Anders als in den Filmen der vorausgegangenen Trilogie erlebt sie die abreissenden Verbindungen zwischen ihr und der Welt der Männer als Realitätsverlust und physisches Leiden. Ihre Hysterie macht die Risse in der Wirklichkeit sichtbar.» (Claudia Lensen, Reihe Film: Michelangelo Antonioni; Band 31)
«Diesmal sind die Haare dunkel und gescheitelt, gelegentlich fallen sie ihr in die Augen, was ihr in einem wundersamen Kontrast etwas Burschikoses verleiht. Man sieht Monica Vitti förmlich an, wie sie als Schauspielerin versucht, der unerklärlichen Psychose ihrer Figur nachzuspüren.» (Michael Ranze, filmdienst.de, 2.2.2022)

Drehbuch: Michelangelo Antonioni, Tonino Guerra
Kamera: Carlo Di Palma
Musik: Giovanni Fusco, Vittorio Gelmetti
Schnitt: Eraldo Da Roma

Mit: Monica Vitti (Giuliana), Richard Harris (Corrado Zeller), Carlo Chionetti (Ugo, Giulianas Mann), Xenia Valderi (Linda), Lili Rheims (Ehefrau eines Arbeiters), Rita Renoir (Emilia), Aldo Grotti (Max), Valerio Bartoleschi (Giulianas Sohn), Emanuela Paola Carboni (Mädchen im Märchen)

113 Min., Farbe, DCP, I/d

Spieldaten


Vergangene Vorstellungen:
Sa.,
7.1.2023
15:00
So.,
29.1.2023
20:45
Fr.,
3.2.2023
15:00