Der Pariser Postbote Jules (Frédéric Andréi) verehrt die Opernsängerin Cynthia Hawkins (Wilhelmina Fernandez), eine Diva, die Aufnahmen ihres Gesangs streng verbietet. Heimlich schneidet er in der Oper eine von ihr gesungene Arie aus «La Wally» auf Band mit. Wenig später spielt ihm eine von Gangstern verfolgte Frau eine weitere Tonaufnahme zu, die ihn in einen Kriminalfall verstrickt. Die darauf in Gang gesetzte Verfolgungsjagd auf beide Tonaufnahmen ist nur Vorwand für die Bilder. Die Welt ist in Blau getaucht, inspiriert von den monochromen Bildern des Malers Jacques Monory, flankiert von Rot und Gelb. Alles ist Bild oder Szenenbild. Die Kamera von Philippe Rousselot ist verliebt in jedes Detail, in neonleuchtende Röhren, industriellen Schrott und spiegelnde Oberflächen. Der französische Filmkritiker Serge Daney fand dafür einen Namen: Cinéma du look. Diva ist der erste Film, der diese neue Ästhetik der Schauwerte prägte und vom Publikum als Kultfilm verehrt wurde. (fl)
Drehbuch: Jean-Jacques Beineix, Jan Van Hamme, nach dem Roman von Daniel Odier
Kamera: Philippe Rousselot
Musik: Vladimir Cosma
Schnitt: Monique Prim, Marie-Josèphe Yoyotte
Mit: Wilhelmenia Fernandez (Cynthia Hawkins, die Sopranistin), Frédéric Andréi (Jules, der Postbote), Richard Bohringer (Serge Gorodish), Thuy An Luu (Alba, seine Freundin), Jacques Fabbri (Jean Saporta, der Inspektor), Chantal Deruaz (Nadia Kalensky, eine ehemalige Prostituierte), Anny Romand (Paula), Dominique Pinon (Pfarrer), Vladimir Cosma (Dirigent, ungenannt)
117 Min., Farbe, 35 mm, F/d