Guy Maddins neuster Film (…) ist ein schillerndes Spektakel: eine Ballettverfilmung, die für das kanadische Fernsehen gedreht wurde – und zwar von einem Regisseur, der auf den ersten Blick nicht viel mit Tanz und schon gar nichts mit Fernsehen am Hut hat. Dracula strotzt nur so vor gotischem Viktorianismus und ist vielleicht die bisher getreueste Verfilmung von Bram Stokers Roman aus dem Jahr 1897, denn Maddin akzentuiert in seiner Version die Angst vor Einwanderung, Fremden und vor Sexualität. Mit den meisterhaft choreografierten Tanzszenen, die sich in Spiegeln reflektieren, von Nebelschwaden umhüllt, beschleunigt und verlangsamt werden und auf Super 8 und 16 mm gedreht sind, wirkt Dracula zuweilen wie eine Mischung aus Michael Jacksons Thriller und Carl Dreyers Vampyr. In seinem bisher konsequentesten und erfolgreichsten Film bohrt Maddin einen Dolch in das verborgene Herz dessen, was als zeitgenössisches Kino gilt. Er hingegen meint lakonisch: ‹Ich gebe zu, dass ich den grössten Teil dieses Projekts glücklich im Dunkeln getappt bin.›» (M.P., International Film Festival Rotterdam, 2002)
«Ich habe bewusst auf Details im Roman fokussiert, die bisher wenig Beachtung gefunden haben, wie der phallische Leuchtturm, der die schlafwandelnde Lucy ihrem Schicksal entgegentreibt, oder die Gebärmutter-ähnlichen Gänge, in denen sich die Vampire treffen. Sie waren für mich auch ausschlaggebend für die Entscheidung, den Film in Schwarzweiss zu drehen und später Farbeffekte hinzuzufügen.» (Guy Maddin)
Kamera: Paul Suderman
Musik: Bob Stewart
Schnitt: Deco Dawson
Mit: Zhang Wei-Qiang (Dracula), Tara Birtwhistle (Lucy Westenra), David Moroni ( Dr. Van Helsing), Cindy-Marie Small (Mina), Johnny Wright (Jonathan Harker), Stephane Leonard (Arthur Holmwood), Matthew Johnson (Jack Seward), Keir Knight (Quincy Morris), Brent Neale (Renfield), Stephanie Ballard (Mrs. Westernra)
73 Min., sw, 35 mm, ohne Dialog mit e Zw'titeln
Mit It’s a Wonderful Life schuf Guy Maddin «ein kunstvolles und verträumtes Musikvideo für die amerikanische Rockband Sparklehorse». (Arsenal Berlin, 2006)
Kamera: Deco Dawson
Schnitt: Deco Dawson
Mit: Meagan Basaraba, Erika Best, Erin Ershberg, Sari Goldenberg, Carl Matheson, Carson Nattrass, Brent Neale
3 Min., sw, MP4, ohne Dialog