«Weder ein Schwein noch ein Brunnen tauchen in irgendeiner Weise in Hong Sangsoos Debütfilm auf, und doch gibt der allegorische Titel das narrative Bewegungsmuster vor: ein Fall in den Abgrund, ein Sturz ins Bodenlose. Vier Episoden im anonymen Grossstadtmoloch von Seoul, die sich nur lose ineinander verfransen, aber in letzter Konsequenz allen Figuren den Boden unter den Füssen entziehen. Ohne je der kalkulierten Schicksalsmechanik von Filmen wie L.A. Crash oder Babel aufzusitzen, gelingt es Hong auf brillante Weise, Zufall und Notwendigkeit, Detail und Totale miteinander in Beziehung zu setzen. Der erfolglose Schriftsteller Hyosup ist Hongs erster Prototyp des erbärmlichen, egomanischen männlichen Intellektuellen, dessen Malaise nicht zuletzt eine neue, postpolitische Subjektivität nach der militanten südkoreanischen Demokratiebewegung der 1980er-Jahre zum Ausdruck bringt.» (Sulgi Lie, Österreichisches Filmmuseum)
Drehbuch: Hong Sangsoo, Koo Hyoseo, Suh Shinhye
Kamera: Cho Dongkwan
Musik: Ok Kilsung
Schnitt: Park Gokji
Mit: Kim Uisung (Hyo Seop), Jo Eunsook (Min Jae), Lee Eungkyung (Bogyeong), Park Jinsung (Dongwoo)
117 Min., Farbe, DCP, Kor/e