«Auch wenn es sich angesichts der modularen Offenheit von Hongs Filmen eigentlich verbietet, von einem Schlüsselwerk zu sprechen, gebührt doch Tale of Cinema ein besonderer Status, nicht zuletzt, weil erstmalig die Strategie der Doppelung als Film-im-Film gerahmt wird: Ein junger Mann trifft zufällig seine Ex-Freundin wieder und versucht verzweifelt, ihr Verhältnis wieder aufleben zu lassen. Ein Regisseur entwickelt nach dem Besuch eines Kurzfilms eine Obsession mit der Hauptdarstellerin, als er sie zufällig nach der Vorstellung trifft. Die Spiralbewegung des Films führt vom Kino ins Leben und wieder zurück ins Kino: Tale of Cinema ist Hongs Version von Hitchcocks Vertigo. Mit unmotivierten Zooms und einem tagebuchartigen Voice-over ziehen zwei neuartige Elemente in Hongs Metakino ein. Und es fällt ein wichtiger Satz: ‹Ich glaube, Sie haben den Film nicht richtig verstanden›, wird Youngshil, die Frau, zu Dongsoo sagen, der sich hoffnungslos im Imaginären des Kinos verstrickt hat.» (Sulgi Lie, Österreichisches Filmmuseum)
Drehbuch: Hong Sangsoo
Kamera: Kim Hyungkoo, Kim Youngrho
Musik: Jeong Yongjin
Schnitt: Hahm Sungwon
Mit: Kim Sangkyung (Kim Dongsoo), Lee Kiwoo (Jeon Sangwon), Uhm Jiwon (Choi Youngshil)
89 Min., Farbe, 35 mm, Kor/f/d