Anna Magnani liefert in diesem mitreissenden, neorealistischen Werk, das auf einem Zeitungsartikel basiert, eine herausragende schauspielerische Leistung ab. Sie verkörpert Angelina, die Ehefrau eines Polizeibeamten und Mutter von fünf Kindern, die in der römischen Borgata Pietralata lebt. Entschlossen setzt sie sich für die Nöte der armen Bevölkerung ein und geht gemeinsam mit anderen Frauen gegen einen Schwarzmarkthändler vor, der ihnen die zustehenden Lebensmittelrationen vorenthält. Als ihr Viertel von einer Überschwemmung heimgesucht wird, initiiert Angelina die Besetzung leerstehender Neubauten und wächst schliesslich zur Anführerin einer von Frauen getragenen politischen Bewegung heran. (nr)
«Luigi Zampas L’onorevole Angelina ist der erste und einzige Film, bei dem Magnani als Co-Drehbuchautorin genannt wird, obwohl sie auch bei einer Reihe anderer Filme Änderungen am Drehbuch bewirkte. Es war auch ihre erste Zusammenarbeit mit der prominentesten Drehbuchautorin des italienischen Nachkriegskinos, Suso Cecchi D’Amico, die (…) zu einer langjährigen Kollaborateurin und eine engen Freundin Magnanis werden sollte.» (Tony Mitchell, Film Criticism)
Drehbuch: Piero Tellini, Suso Cecchi DʼAmico, Luigi Zampa
Kamera: Mario Craveri
Musik: Enzo Masetti
Schnitt: Eraldo Da Roma
Mit: Anna Magnani (Angela Bianchi), Nando Bruno (Pasquale, ihr Mann), Ave Ninchi (Carmela), Agnese Dubbini (Cesira), Ernesto Almirante (Luigi), Armando Migliari (Callisto Garrone), Maria Donati (Signora Garrone), Franco Zeffirelli (Filippo Garrone)
92 Min., sw, 35 mm, I/e