«Während des italienischen Befreiungskriegs verrät eine italienische Gräfin aus Liebe zu einem österreichischen Offizier ihre nationale Überzeugung und geht an diesem Konflikt zugrunde. Viscontis erster Farbfilm ist grosses Historiengemälde, filmische Oper und intensives Melodram. In Farbdramaturgie, Musik und Kameraführung ebenso wie in seiner psychologischen Charakterisierungskunst (…) gelingt ihm eine bruchlose Verbindung von individuellem Schicksal und historisch-politischem Hintergrund.» (filmdienst.de)
Cecchi D’Amico hat sich in ihrer jahrzehntelangen Zusammenarbeit mit Visconti als Meisterin der Literaturadaption bewiesen, wobei gerade Frauenfiguren in ihrer Hand oft an Komplexität gewannen: «Bei Boito war die Gräfin viel abscheulicher, wirklich unausstehlich. Wir haben einiges geändert, ohne dabei ihren Rachewunsch zu rechtfertigen (…). Abgesehen von ihrer Figur gefiel uns die Geschichte sehr. Der Krieg, die Partisan:innen – all das spiegelte unsere damalige Zeit sehr genau wider, obwohl die Handlung im 19. Jahrhundert spielt.» (Suso Cecchi D’Amico im Interview mit CINEASTE) Die Parallelen zur jüngeren italienischen Geschichte und die kritische Darstellung der Armee blieben der Zensur nicht verborgen, sodass der Film stark gekürzt wurde.
Drehbuch: Luchino Visconti, Suso Cecchi DʼAmico, Tennessee Williams, Paul Bowles, nach der Erzählung von Camillo Boito
Kamera: G. R. Aldo, Robert Krasker
Musik: Anton Bruckner (7. Sinfonie)
Schnitt: Mario Serandrei
Mit: Alida Valli (Contessa Livia Serpieri), Farley Granger (Leutnant Franz Mahler), Massimo Girotti (Roberto Ussoni), Heinz Moog (Graf Serpieri), Rina Morelli (Laura, die Gouvernante), Tonio Selwart (Oberst Kleist), Marcella Mariani (Clara, die Prostituierte), Christian Marquand (böhmischer Offizier), Sergio Fantoni (Luca)
114 Min., Farbe, 35 mm, I/d