«Ein gesichts- und namenloser Videofilmer erzählt die Geschichte eines Liebespaars in Shanghai: Mardar ist Motorradkurier, Moudan eine junge Frau, die er im Auftrag ihres Vaters herumkutschiert. Sie verlieben sich ineinander. Als Mardar sich an der Entführung Moudans beteiligt, stürzt sich diese in den Suzhou-Fluss. Jahre später meint Mardar, die Totgeglaubte wiederzuerkennen: in Meimei, der Freundin des erzählenden Videofilmers, die als Meerjungfrau in einem Nachtclub auftritt … Wie in Hitchcocks Vertigo erlebt hier eine Liebe ihre Wiederauferstehung aus dem Reich der Toten. Auf grobkörnigem 16-mm-Material aufgenommen, besticht Suzhou River als chinesische Variante des damals aktuellen Neo-Noirs. Zugleich zeichnet er das Porträt einer entwurzelten Generation – im steten Wechsel zwischen ‹neorealistischen› Grossstadtbildern, die ein sich radikal wandelndes Shanghai festhalten, und Nachtaufnahmen, die eine subkulturelle Gegenwelt heraufbeschwören. So erschafft Regisseur Lou Ye ein filmisches Vexierspiel um Illusion und Wirklichkeit und erzählt überdies eine wunderbar tragische Liebesgeschichte.» (Berlinale 2022)
Drehbuch: Lou Ye
Kamera: Wang Yu
Musik: Jörg Lemberg
Schnitt: Karl Riedl
Mit: Zhou Xun (Meimei/Moudan), Jia Hongsheng (Mardar), An Nai (Xiao Hong), Anlian Yao (der Patron), Zhongkai Hua (Lao B.)
79 Min., Farbe, DCP, Mand/e