Bewahren und Sammeln sind zentrale Tätigkeiten, nicht nur in Digna Sinkes privatem Leben, sondern auch in der künstlerischen Praxis der Filmemacherin, wie dieses Kurzfilmprogramm eindrücklich zeigt. 2019 wurde im Amsterdamer Hafen im Rahmen der Energiewende ein Kohlekraftwerk zurückgebaut und damit auch das Wahrzeichen der Skyline, der 175 m hohe Schornstein, abgerissen. Digna Sinke ergriff die Chance, diesen Prozess der Transformation über mehrere Jahre zu begleiten, und montierte aus dem gesammelten Material ihren poetischen Kurzfilm The Cloud Factory (2026). Auch für ihren aktuellen Spielfilm Key to Heaven (2025) verwendete sie Aufnahmen des Kraftwerks, wenngleich es hier nur eine Nebenrolle spielt. Nicht anders verfuhr sie bei ihrem poetischen Kurzfilm Farewell (1990), einer visuellen Meditation über das Verschwinden des industriellen Erbes: Er entstand aus Filmresten ihres Langfilms Nothing Lasts Forever. Persönlicher wird es in Lovely Weather Every Day, der auf Sinkes umfangreicher Postkartensammlung basiert und ihren ganz eigenen Blick auf das 20. Jahrhundert offenbart. Boundaries ist schliesslich autobiografisch geprägt: Ursprünglich sollte der Film die Grenzen ihres Gartens in Zonnemaire (Zeeland) zeigen, entwickelte sich jedoch zu einer tagebuchartigen Reflexion über ihre eigenen inneren Grenzen. (Gerwin Tamsma)
Gesamtdauer: 104 Min.
Drehbuch: Digna Sinke
Kamera: Goert Giltay
Schnitt: Jan Wouter van Reijen
5 Min., Farbe, DCP, ohne Dialog
Drehbuch: Digna Sinke
Kamera: Digna Sinke
Schnitt: Digna Sinke
25 Min., Farbe + sw, DCP, Niederl/e
Drehbuch: Digna Sinke
Kamera: Digna Sinke
Musik: Digna Sinke
Schnitt: Digna Sinke
15 Min., Farbe, DCP, ohne Dialog