«Ein Jahr verbrachten Castaing-Taylor und Paravel filmend mit Hochseefischern aus New England auf dem Meer. Das Porträt der Fischereiarbeit, das daraus hervorging, steht in der alten Tradition, Fischerleute als Motiv für Bilder zu benutzen. Und dennoch widersteht der Film jedweder Romantisierung und dem Anthropozentrismus, die oftmals mit dieser Tradition einhergehen. Er evoziert vielmehr eine emotionslose Beziehung zwischen Mensch und Ozean sowie eine in ästhetischer Hinsicht gleichwertige Gewichtung von Humanem, Ökologischem und Industriellem.
In den gleichen Gewässern, in denen Melvilles Pequod Moby Dick jagte, fängt Leviathan den Zusammenprall von Mensch, Natur und Maschine ein. Mit einem Dutzend kleinster Kameras gedreht – die herumgeschleudert und angebunden sowie von Fischer zu Filmemacher gereicht wurden –, entsteht das kosmische Porträt eines der ältesten Unterfangen des Menschen.» (Berlinale 2013)
«Ohne jeden Kommentar vertraut der Film auf die optische und akustische Erzählung seiner Elemente: der menschlichen Arbeit, der Gewalt des Meeres, der Ausgesetztheit und Rauheit der Nacht. ‹Ein filmisches AC/DC-Konzert›, meinte die Kritik, eine ‹biblische Geschichte› und ein ‹gothic tale of fish and man›. Und man wäre nicht wirklich erstaunt, würde sich plötzlich Kapitän Ahab über das Deck bewegen. Ausschau haltend nach dem weissen Wal.» (Viennale, Okt 2012)
Drehbuch: Lucien Castaing-Taylor, Véréna Paravel
Kamera: Lucien Castaing-Taylor, Véréna Paravel
Schnitt: Lucien Castaing-Taylor, Véréna Paravel
87 Min., Farbe, DCP, ohne Dialog/e