Ein paar Schlaglichter auf die Projektionsfläche, die sich zwischen Mensch und Tier ausdehnt. Der absichtsvolle Blick trifft auf interesseloses Wohlgefallen und Interpretation auf Mutmassung, nicht zuletzt der Zuschauer:innen. 1936 filmt László Moholy-Nagy in The New Architecture and the London Zoo einige ebendort in neuer Betonbauweise errichtete Anlagen, elegant und effektiv und ein Schauwert an sich. Wie es sich denn dort so lebt, fragt 1989 Nick Park, der in Creature Comforts einigen Zootieren das Mikrofon vor die Nase hält. Die Antworten fallen ernüchternd aus: zu wenig Platz, zu wenig los, zu kalt und zu nass. Man hätte es sich denken können. Aufregender hingegen das Leben des tierischen Kriminellen, wie es von Yervant Gianikian und Angela Ricci Lucchi 1994 in Animali criminali montiert wird. Wobei auch nicht verschwiegen wird, wer im Hintergrund die Fäden zieht. An einer Ehrenrettung arbeitet Jean Painlevé, der 1982 in Les pigeons du square die vielgeschmähte Taube mit liebenswürdigen Worten in ihr angestammtes Recht setzt. Ist ja interessant, mag sich die hochschwangere Eselin Bianca denken, vor deren Gehege eines Wintertages im Schnee der Filmemacher Romuald Karmakar Posten bezieht. Mal schauen, was es zu sehen gibt. (as)
Gesamtdauer: 79 Min.
Drehbuch: Isabella Rossellini
Kamera: Sam Levy
Schnitt: Stacey Foster
Mit: Isabella Rossellini
3 Min., Farbe, DCP, E
Kamera: Jean Painlevé
Musik: Duke Ellington
Mit: Jean Painlevé (Erzähler)
9 Min., sw, 35 mm, F/e
Drehbuch: Nick Park
Kamera: Andy MacCormack, Fred Reed, David Sproxton, Dave Alex Riddett
Schnitt: William Ennals
Mit: Julie Sedgewick (Interviewerin)
5 Min., Farbe, DCP, E/d
Drehbuch: Olivér Tóth
Kamera: Vincent Berczi
Musik: Ramon de Herrera
Schnitt: Agnès Mouchel
28 Min., Farbe, 35 mm, F/e
Drehbuch: Michael Maltese, nach einer Story von
Musik: Carl Stalling
Schnitt: Treg Brown
Mit: Mel Blanc (Stimme von Wile E. Coyote), Paul Julian (Stimme von Road Runner)
7 Min., Farbe, Digital HD, ohne Dialog