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Moby Dick
John Huston (GB 1956)

In der Verfilmung von Melvilles gleichnamigen Roman heuern zwei Freunde 1841 in Neuengland auf einem Walfangschiff an. Den Kapitän Ahab bekommen sie zunächst nicht zu Gesicht: Sie hören nur, wie er nachts mit seiner aus dem Kieferknochen eines Wals geschnitzten Beinprothese an Deck umherläuft. Bald wird ihnen klar, dass Ahab seinen Auftrag, für die aufstrebende Industrienation möglichst viele Wale zu erlegen, kategorisch missachtet: Ihm geht es allein darum, jenes eine Exemplar, mit dem sich sein Lebensweg tragisch kreuzte, zur Strecke zu bringen. Als er ihm schliesslich begegnet, beginnt der Kampf zwischen Schicksal und freiem Willen, zwischen kapitalistischer Rationalität und archaischer Triebhaftigkeit, zwischen Mensch und Tier – bis klar wird, wie wenig sich Ersterer von der Bestie unterscheidet. (tb)

«Die berühmte Geschichte vom weissen Wal, Moby Dick, und Käpt’n Ahab, dem er das Bein nahm. Der ihn damit aus dem Gleichgewicht brachte und im Innersten verwundete. Sodass Ahab ihn jagen muss, wie besessen jagen, Moby Dick, das Riesentier, das sich ihm nicht untertan machen will. In dem Ahab das Böse erkennt und den Auftrag zur Demut verkennt. Braun, rosa, grau leuchtet das Meer in Technicolor, blau, rot und grün strahlt der Himmel. Und als Moby Dick schliesslich auftaucht, da ist seine Haut nicht weiss, sondern mannigfach gezeichnet von den Spuren des ewigen Kampfes, der sein Leben ist. Er kommt, um Ahab zu holen, der grosse weisse Gott, und dessen Hybris zu enden.» (Viennale, Okt 2015)

Drehbuch: Ray Bradbury, John Huston, nach dem Roman von Herman Melville
Kamera: Oswald Morris
Musik: Philip Stainton
Schnitt: Russell Lloyd

Mit: Gregory Peck (Captain Ahab), Richard Basehart (Ismael), Leo Genn (Starbuck), James Robertson Justice (Captain Boomer), Harry Andrews (Stubb), Orson Welles (Pater Marple), Bernard Miles (Manxman), Mervyn Johns (Peleg)

116 Min., Farbe, DCP, E/d

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