«Mahjong ist eine schräge Komödie über diese Manipulationen und Lügen, die dem modernen Wohlstand innewohnen. Der Film spielt in einem angesagten Nachtlokal in Taipeh, wo Edward Yang das Kommen und Gehen einer Reihe unterschiedlicher Figuren inszeniert – darunter zwei Gangster, eine amerikanische Bordellbesitzerin und eine junge Französin (Virginie Ledoyen), die nach dem britischen Unternehmer sucht, der sie in London umworben hat. Yangs vorletzter Spielfilm ist ebenso eine ironische Kritik an den vielen düsteren Krimikomödien dieses Jahrzehnts wie eine zynische Liebeserklärung an das Taipeh der späten 1990er-Jahre – eine Stadt, in der Sprachen, Klassen und Ideologien in schwindelerregendem Tempo aufeinanderprallen und das Streben nach Glück ein brutales Nullsummenspiel ist.» (Film Society at Lincoln Center, New York, Dez 2023)
«Mahjong, der lustigste und wütendste Film von Yang, hinterfragt die Nachhaltigkeit der Dominanz einer berechnenden Gewinnorientierung und Transaktionsmentalität, die in einem kapitalistischen Wahnsinn entstanden ist, der bis zur Barbarei eskaliert ist. (…) Eine Reihe überraschender Ereignisse enthüllt eine soziale Welt, in der Feinfühligkeit einen nur in die Gefahr bringt, ausgenutzt oder getäuscht zu werden, und in der die Menschen – um Verantwortung zu vermeiden – den Mut nicht aufbringen, selbstständig zu denken oder Entscheidungen zu treffen.» (Harvard Film Archive, Apr 2024)
Drehbuch: Edward Yang
Kamera: Li Long-yu, Li Yixu
Schnitt: Chen Bo-wen
Mit: Tang Cong-sheng (Red Fish), Chang Chen (Hong Kong), Lawrence Ko (Luen-Luen), Wang Chi-zan (Little Buddha), Virginie Ledoyen (Marthe), Nick Erickson (Markus)
121 Min., Farbe, DCP, Mand+E/e