«Angesichts drohender Insolvenz suchte das Studio Daiei, bei dem Masumura den grössten Teil seiner Karriere verbrachte, nach einem kommerziellen Erfolg, der das Studio zurück auf die Erfolgsspur bringen sollte. Da Sexploitation-Filme zu dieser Zeit im Trend lagen, wurde Masumura beauftragt, einen skandalträchtigen Roman des Krimiautors Rampo Edogawa aus dem Jahr 1931 zu verfilmen. Das Ergebnis war Blind Beast, ein erotisches Drama, das heute als Masumuras letztes Meisterwerk gilt. Er liefert ein klaustrophobisches Kammerspiel, in dessen Mittelpunkt ein blinder Bildhauer (Eiji Funakoshi) steht, der mithilfe seiner Mutter (Noriko Sengoku) ein aufstrebendes, jungfräuliches Model (Mako Midori) entführt, um die sinnlichste Skulptur der Welt zu schaffen. Blind Beast ist teils Pink-Film [japanisches Filmgenre zwischen Erotik- und Kunstfilm], teils Arthouse-Horror, mit Anspielungen auf Baudelaire, Marquis de Sade und Humes evolutionäre Ethik.» (Joseph Fahim, Karlovy Vary IFF, Jul 2024)
Drehbuch: Yoshio Shirasaka, nach einer Kurzgeschichte von Rampo Edogawa
Kamera: Setsuo Kobayashi
Musik: Hikaru Hayashi
Schnitt: Tatsuji Nakashizu
Mit: Eiji Funakoshi (Michio Sofu, der Bildhauer), Mako Midori (Aki Shima, das Model), Noriko Sengoku (Shino Sofu, Michios Mutter)
86 Min., Farbe, DCP, Jap/e/d