Der chinesische Film Still Life erzählt von zwei Menschen – dem Bergmann Han Sanming und der Krankenschwester Shen Hong –, die in der dem Untergang preisgegebenen Stadt Fengjie ihre vermissten (Ex-)Partner suchen. Den Hintergrund bildet der Bau des Drei‑Schluchten‑Staudamms am Jangtse. In der entvölkerten, im Umbau begriffenen und gefluteten Stadt treffen die Figuren aufeinander und versuchen, eine Verbindung zu ihren Liebsten und zu ihrer eigenen Vergangenheit herzustellen. Der Film thematisiert die Erschütterungen und Kosten eines rasanten Strukturwandels und entwickelt im Kontext des Anthropozäns, also der geologischen Epoche, in der der Mensch die Erde massgeblich verändert hat, eine Perspektive auf die Themen Verlust, Landschaft, Klima, Ökosysteme und soziale Strukturen. (lwa)
Drehbuch: Jia Zhang-ke, Guan Na, Sun Jiamin
Kamera: Yu Lik-wai
Musik: Giong Lim
Schnitt: Kong Jing-lei
Mit: Zhao Tao (Shen Hong), Zhou Lan (Huang Mao), Han Sanming (Sanming), Ma Lizhen (Missy Ma), Wang Hongwei (Wang Dongming)
112 Min., Farbe, Digital HD, Mand/e