«The Bridges of Madison County erinnert an die Melodramen Douglas Sirks. Der Film basiert auf dem gleichnamigen Buch von Robert James Waller. Eastwood nimmt allerdings eine wichtige Änderung vor: Er erzählt die Geschichte aus Sicht der Frau. Nach dem Tod von Francesca Johnson (Streep) finden ihre beiden Kinder Tagebücher, in denen die Mutter von einer leidenschaftlichen Liebesgeschichte erzählt, die sie Mitte der 1960er-Jahre mit dem Fotografen Robert Kincaid (Eastwood) erlebte. Der Film ist als eine einzige grosse Rückblende organisiert, in der sich den Kindern das unbekannte Leben einer Frau offenbart, die aus Italien nach Iowa gezogen war, die sich dort immer etwas fremd gefühlt hatte und die schliesslich mit dem Fotografen Kincaid einen Moment gemeinsamen Glücks genoss. Wie in allen Filmen Eastwoods herrscht das Gebot der Nüchternheit. Michael Henry Wilson schreibt: ‹Kincaid dreht den Rücken zur Kamera, sobald Tränen in seine Augen steigen. Emotionale Verwüstung verlangt allergrösste Nüchternheit; Herzschmerz erfordert radikalen Minimalismus.›» (Hannes Brühwiler, Zeughauskino, Apr 2015)
Drehbuch: Richard LaGravenese, nach einem Roman von Robert James Waller
Kamera: Jack N. Green
Musik: Lennie Niehaus
Schnitt: Joel Cox
Mit: Clint Eastwood (Robert Kincaid), Meryl Streep (Francesca Johnson), Annie Corley (Carolyn Johnson), Victor Slezak (Michael Johnson), Jim Haynie (Richard Johnson), Phyllis Lyons (Betty), Debra Monk (Madge), Richard Lage (Anwalt Peterson), Michelle Benes (Lucy Redfield)
135 Min., Farbe, 35 mm, E/d/f, 12 J