In Out of Africa, teilweise basierend auf dem gleichnamigen autobiografischen Roman von Karen Blixen, spielt Meryl Streep eine dänische Baronin, die nach Kenia ihrem (Zweck-)Ehemann nachreist, der dort eine Kaffeeplantage aufbauen will. Doch der Baron (Klaus Maria Brandauer) taugt eher als Grosswild- und Schürzenjäger etwas, wenig als Plantagenbesitzer und gar nichts als Ehemann – statt Aufmerksamkeit bekommt Karen von ihm Syphilis, sodass sie kurzzeitig nach Dänemark zurückkehren muss. Im Setting der morschen kolonialen Ordnung, zwischen normierten Rollenverteilungen, Unabhängigkeitsdurst und einer Gesellschaft, die ihr fortlaufend erklärt, wie sie sich als Frau zu verhalten hätte, kalibriert Blixen langsam ihre Stärke. Sie übernimmt die Verwaltung der Plantage, schafft Ordnung im systematischen Chaos, übt sich in Diplomatie sowie in emotionaler Schadensbegrenzung, die sogar noch potenziert vonnöten wird, als sie sich – recht hoffnungslos – in einen Freigeist und Abenteurer (Robert Redford) verliebt. Im grandios gefilmten flimmernden Afrika spielt Streep eine aussergewöhnliche Frau, die in der kolonialen Vorstellung je nachdem die Rolle der Hauptfigur, der Statistin oder der Regisseurin übernehmen muss. Und sie dämpft dort die Melodramatik, wo sie im Film überhandzunehmen droht. (tb)
Drehbuch: Kurt Luedtke, nach einem Roman von Isak Dinesen (=Karen Blixen)
Kamera: David Watkin
Musik: John Barry
Schnitt: Fredric Steinkamp
Mit: Meryl Streep (Karen Blixen), Robert Redford (Denys Finch Hatton), Klaus Maria Brandauer (Bror Blixen), Michael Kitchen (Berkeley Cole), Malick Bowens (Farah Aden), Joseph Thiaka (Kamante), Michael Gough (Lord Delamere), Mike Bugara (Juma), Suzanna Hamilton (Felicity), Rachel Kempson (Lady Belfield), Graham Cowden (Lord Belfield)
161 Min., Farbe, 35 mm, E/d/f, ab 12