«Raoul Pecks Debütfilm Haitian Corner legte den Grundstein für seine Laufbahn als politischer Filmemacher. Der Film ist ein kollektives Porträt der haitianischen Identität im Exil, in dessen Zentrum die Buchhandlung ‹Haitian Corner› in New York steht; hier treffen sich die Exilant:innen des Duvalier-Regimes, deren Alltag den Rhythmus des Films vorgibt. Unter ihnen ist Joseph Bossuet, ein Dichter, der in Haiti sieben Jahre lang inhaftiert und von der paramilitärischen Geheimpolizei gefoltert worden war. Als er eines Tages in New York einen seiner Folterer entdeckt, wird Joseph in einen Strudel aus individuellen und kollektiven Traumata gestürzt.» (Anthology Film Archives)
«Ich hatte kein wirkliches Vorbild für die Art von Film, die ich drehen wollte, ein Film, der die Welt beschrieb, die ich um mich herum sah … Alles, was ich kannte, war das vorherrschende Kino jener Zeit. Es gab noch keinen Spike Lee, keinen John Singleton. Es gab auch kaum Schwarze Schauspieler:innen, und wenn, nur in stereotypischen Rollen. Also hatte ich das Gefühl, ich müsse unser eigenes Kino entfesseln, es aus dem Nichts erträumen.» (Raoul Peck, in: Stolen Images)
Drehbuch: Raoul Peck
Kamera: Michael Chin
Musik: Mino Cinélu
Schnitt: Aïlo Auguste-Judith
Mit: Patrick Rameau (Joseph), Aïlo Auguste-Judith (Sarah), Jean-Claude Eugene (Jean), George Wilson (Hegel)
98 Min., Farbe, 16 mm, Hait.-Kreol.+E+F/f/d
«Raoul Pecks während seines Studiums an der DFFB entstandener Film Merry Christmas Deutschland ist ein scharfsinniger Essay, in dem sich jener spezifische Dokumentarstil ankündigte, der in späteren Werken zur Entfaltung kommen sollte. In 18 verdichteten Minuten kontrastiert Peck abgefilmte Fernsehübertragungen von Bundestagsdebatten mit Aufnahmen betongrauer Berliner Nachkriegsarchitektur und spielt dazu (...) Audioaufnahmen unklarer Herkunft, in denen vom Einkaufen und dem Wunsch nach Weltfrieden die Rede ist.» (Berlinale, 2022)
Drehbuch: Raoul Peck
Kamera: Raoul Peck
Schnitt: Raoul Peck
18 Min., sw, 16 mm, D