«Eine Bürgerfamilie sucht ein Hausmädchen für den Landsitz. Die ausgewählte Frau erweist sich als pflichtbewusst, wenn auch verstockt. Sie hat ein Geheimnis zu verbergen. Das Verhältnis zur glücklichen Familie wird zusätzlich belastet, als sich das Hausmädchen mit einer aufrührerischen Postbeamtin (Isabelle Huppert) aus dem Ort anfreundet, die ihren Zorn auf das gutbürgerliche Leben anstachelt. Während die Salzburger Festspiele im Fernsehen laufen, explodiert der aufgestaute Klassenhass. Eines von Chabrols absoluten Meisterwerken, ein mit astronomischer Genauigkeit und traumgleicher Unabänderlichkeit voranschreitender psychologischer Thriller, an dessen Ecken surrealer Humor mit Echos von Buñuel lauert.» (Christoph Huber, Österreichisches Filmmuseum, Sep 2016)
«In ihrer schwarzen Lederjacke stattet Isabelle Huppert ihre bretonische Barrikadenkämpferin mit einer proletarischen Punk-Attitüde aus. Wenn sie schliesslich das grossbürgerliche Schlafgemach ihrer Kontrahent:innen zerstört, geschieht dies aus einem Überschwang her-aus, mit dem Rockstars früher Hotelzimmer zu zerlegen pflegten. Für ihren fünften Film unter der Regie von Claude Chabrol erhielt Isabelle Huppert die Coppa Volpi in Venedig (zusammen mit ihrer Kodarstellerin Sandrine Bonnaire) sowie den französischen Filmpreis César.» (Berlinale, Feb 2022)
Drehbuch: Claude Chabrol, Caroline Eliacheff, nach einem Roman von Ruth Rendell
Kamera: Bernard Zitzermann
Musik: Matthieu Chabrol
Schnitt: Monique Fardoulis
Mit: Isabelle Huppert (Jeanne), Sandrine Bonnaire (Sophie), Jacqueline Bisset (Catherine), Virginie Ledoyen (Melinda), Jean-Pierre Cassel (Georges), Valentin Merlet (Gilles), Rochefort Julien (Jérémie), Dominique Frot (Madame Lantier), Philippe Lecoq (Philippe), Jean-François Perrier (Pfarrer), Yves Verhoeven (Lieferant)
112 Min., Farbe, 35 mm, F/d