Ein perfektes Verbrechen scheitert an einer Verkettung unglücklicher Zufälle: Julien Tavernier (Maurice Ronet) ermordet den Ehemann seiner Geliebten Florence (Jeanne Moreau). Als er den Tatort verlassen will, bleibt er im Fahrstuhl stecken – gefangen in einer metallischen Zelle, während Florence die ganze Nacht ziellos durch die neonbeleuchteten Strassen von Paris irrt, auf der Suche nach ihm. Louis Malles Thriller brach mit den Konventionen des damaligen französischen Kinos. Statt starrer Studioaufnahmen fing er die echte nächtliche Stimmung von Paris ein. Doch der Film wirkte in der Rohfassung kühl – bis Miles Davis ins Spiel kam. (tb)
«Malle berichtet: ‹Was Davis machte, war einfach verblüffend. Er verwandelte den Film. Ich erinnere mich, wie er ohne Musik wirkte; als wir die Tonmischung fertig hatten und die Musik hinzufügten, schien der Film plötzlich brillant.› Dabei war Davis’ Beitrag ursprünglich gar nicht vorgesehen. Er war nur eben in Paris, als der Regisseur mit der vorhandenen Filmmusik unzufrieden war. Etwas im eigentlichen Sinne zu komponieren, hatte der Trompeter auch keine Lust. Er liess sich den Film vorführen, machte ein paar Notizen und improvisierte mit seinen Kollegen [René Urtreger (Piano), Barney Wilen (Saxofon), Kenny Clarke (Schlagzeug), Anm. d. Red.], die sich nur auf Intuition und Ohren verliessen, in einer Nacht des Jahres 1957 den Soundtrack.» (Marcus A. Woelfle, Neue Musikzeitung, Okt 2018)
Drehbuch: Roger Nimier, Louis Malle, nach dem Roman von Noël Calef
Kamera: Henri Decaë
Musik: Miles Davis
Schnitt: Léonide Azar
Mit: Jeanne Moreau (Florence Carala), Maurice Ronet (Julien Tavernier), Lino Ventura (Kommissar Chérier), Georges Poujouly (Louis), Yori Bertin (Véronique), Jean Wall (Simon Carala), Ivan Petrovich (Horst Bencker), Elga Andersen (Madame Bencker), Felix Marten (Subervie)
92 Min., sw, DCP, F/d