«Michael Caine spielt Alfie Elkins, einen Londoner Chauffeur, der gelegentlich arbeitet, aber unablässig fremdgeht. Er ist ein Frauenheld mit Chuzpe und Charme, der ganz für seine Eroberungen lebt und sich partout nicht an eine einzige Frau binden will – schon gar nicht durch die vermeintlich lästige Bürde emotionaler Nähe. Sein ausschweifendes Sexualleben und – damit untrennbar verbunden – seine kühle Distanziertheit gegenüber den Frauen, die seinem Charme erliegen, sind für Alfie selbst eine Angelegenheit der Komödie. Zur Tragödie werden hingegen die ungewollten Schwangerschaften, die aus seinen Eskapaden hervorgehen. (…) Das beschwingte, liedhafte Thema, mit dem der Film eröffnet, gibt den Ton vor, den Caine mit leichter Hand aufnimmt – selbst wenn Alfie als Figur weit schäbiger und schmieriger ist, als es die Musik auch nur erahnen liesse. Sonny Rollins’ Tenorsaxofon-Solo in diesem Stück ist kurz, wie auch in seinen übrigen Kompositionen für den Film: Es sind pointierte präzise Miniaturen der Stimmung, die mit ihren sparsam gesetzten musikalischen Wendungen weit mehr andeuten, als die Szenen des Films mit ihrer Fülle an Dialogen und Monologen auszudrücken vermögen.» (Richard Brody, The New Yorker, Apr 2017)
Drehbuch: Bill Naughton, nach seinem Theaterstück
Kamera: Otto Heller
Musik: Sonny Rollins
Schnitt: Thelma Connell
Mit: Michael Caine (Alfie Elkins), Shelley Winters (Ruby), Millicent Martin (Siddie), Julia Foster (Gilda), Jane Asher (Annie), Shirley Anne Field (Carla), Vivien Merchant (Lily), Denholm Elliott (Abtreiber)
114 Min., Farbe, 35 mm, E/d