«Ein Teil des Projekts des Cinema Novo bestand darin, den Mythos des von Natur aus friedlichen Brasilianers zu entkräften, indem Geschichten des Widerstands und der Revolte wieder ans Licht gebracht wurden. Ganga Zumba, Cacá Diegues’ erster Spielfilm, basiert auf dem gleichnamigen Buch von João Felício dos Santos und handelt von einer Gruppe versklavter Menschen, die nach Palmares fliehen, dem grössten der brasilianischen Quilombos (autonome Siedlungen, die während der Kolonialzeit von entflohenen Sklaven gegründet wurden). Der Film rückt die Erfahrungen der Schwarzen in den Vordergrund (…) und stellt damit eine gewisse Ausnahme innerhalb des Cinema Novo dar, das dafür kritisiert wurde, rassistische Themen zu umgehen.» (Tiago de Luca, BFI, Mai 2026)
«Der Soundtrack zu Ganga Zumba kann aus verschiedenen Gründen als eines der bedeutendsten Werke angesehen werden, das die brasilianische Musiklegende Moacir Santos für den Film geschaffen hat. In erster Linie, weil die Musik als Inspiration für ‹Coisas› gilt, sodass der Komponist Melodien und Klänge erproben konnte, die später in diesem bahnbrechenden Album von 1965 ihren endgültigen Ausdruck fanden. ‹Ich glaube, dass die Musik zu Ganga Zumba mein bisher bestes Werk ist. Nicht nur, weil ich mich musikalisch in einer Phase der Reife befand, sondern auch wegen der Verbundenheit, die ich mit dem Thema und dem Geist des Films empfand. Ausserdem war es ein Grossprojekt – genau das, was ich mir schon lange gewünscht hatte› [M. Santos].» (Ronaldo Evangelista, trilhasmoacirsantos.com, 2015)
Drehbuch: Carlos Diegues, Leopoldo Serran, nach dem Roman von João Felício dos Santos
Kamera: Fernando Duarte
Musik: Moacir Santos
Schnitt: Ismar Porto
Mit: Antonio Luiz Sampaio (Ganga Zumba), Lea Garcia (Cipriana), Eliezer Gomes (Anoroba), Luiza Maranhão (Dandara), Waldir Onofre, Jorge Coutinho
102 Min., sw, 35 mm, Port/e