Nüschelerstrasse 11, 8001 Zürich - 044 415 33 66

< Zurück
Les stances à Sophie
Moshé Mizrahi (Frankreich/Kanada 1971)

Céline, eine emanzipierte und selbstbewusste junge Frau, verliebt sich recht unerwartet in einen reichen, biederen Geschäftsmann und heiratet ihn. Das bürgerliche Leben zwingt sie, sich von ihrem Beatnik-Lebensstil zu verabschieden, und so überfällt sie schnell die Langeweile. Während der Gatte und seine Kollegen Céline am liebsten hübsch, schweigsam und verfügbar hätten, entdeckt sie zunehmend ihre eigene Stimme: Sie beginnt zu malen und zu schreiben und nimmt die Geschlechterrollen ihrer Umgebung mit wachsender Lust am Widerspruch auseinander – auch mit der Unterstützung einer Freundin, mit der sie ein Buch über sexuelle Sitten plant. Eine leichtfüssige, schräge Emanzipationskomödie mit kräftigem Biss. (tb)

«Kurz vor Ende des zweijährigen Aufenthalts des Art Ensemble of Chicago Ende der 60er-Jahre in Paris erhielt Lester Bowie (1941–1999) die Anfrage des damaligen Regiedebütanten und späteren Oscarpreisträgers Moshé Mizrahi (1931–2018), die Filmmusik für dessen Erstling Les stances à Sophie aufzunehmen. Die Gruppe war schon fast am Abflug, eilte aber unter Einschluss der Vokalistin Fontella Bass, Ehefrau von Lester Bowie, noch in ein Pariser Studio und nahm am 22. Juli 1970 in einem Zug acht ausgesprochen heterogene Stücke auf, von Monteverdi über Free Jazz und Afrikanisches hin zu unverschnittenem Soul jener Zeit. ‹Thème de Yoyo› mit der Stimme von Bass sollte zu einem Markstein werden. Das Album des Soundtracks, das bis zu seiner Neuauflage im Jahr 2000 lange nicht verfügbar war, wurde Kult.» (Jazzfest Berlin, Nov 2018)

Drehbuch: Moshé Mizrahi, Christiane Rochefort
Kamera: Daniel Gaudry
Musik: The Art Ensemble of Chicago
Schnitt: Dov Hoenig

Mit: Bernadette Lafont (Céline), Michel Duchaussoy (Philippe), Bulle Ogier (Julia), Serge Marquand (Jean-Pierre)

97 Min., Farbe, F/e

Spieldaten