«‹Da muss Boxen drin sein und Jazz, ein cooler Typ mit Roller, der hübsche Mädchen trifft und auch mal übers Leben sinniert›, riet der 21-jährige Jerzy Skolimowski dem zwölf Jahre älteren Andrzej Wajda, der nach seinen filmischen Bearbeitungen der Weltkriegsvergangenheit einen Gegenwartsfilm über das Lebensgefühl junger Menschen drehen wollte. Skolimowski schrieb das Drehbuch Jerzy Andrzejewskis entsprechend um und empfahl Wajda, einen Jazzmusiker für den Soundtrack zu engagieren. Der Plot kreist um Bazyl, einen jungen Warschauer Arzt, der einen staatlichen Boxverein medizinisch betreut und dessen Leben richtungslos und innerlich leer zwischen Job, Jazzclub und flüchtigen amourösen Begegnungen verläuft, bis er eine Zufallsbekanntschaft macht, die ihm den Glauben an die Liebe (wieder)geben könnte. Die eigentliche Hauptrolle spielt der Jazz, der den Lebensstil einer jungen polnischen Boheme zum Ausdruck bringt und im On wie im Off sehr präsent ist. Der Protagonist ist selbst Teil einer Jazzband, der auch Polański und Komeda angehören. Direktes Vorbild für die Figur des Bazyl in Kleidung und Habitus sowie mehreren Details, wie dem Lambretta-Roller, war Krzysztof Komeda selbst [ein wegweisender polnischer Jazzpianist und Filmkomponist, auch berühmt durch seine Zusammenarbeit mit Roman Polański, Anm. d. Red.], der zur Entstehungszeit für einen Teil der polnischen Jugend Idolcharakter besass.» (Hans-Joachim Fetzer, Arsenal Berlin, Sep 2014)
Drehbuch: Jerzy Andrzejewski, Jerzy Skolimowski
Kamera: Krzysztof Winiewicz
Musik: Krzysztof Komeda
Schnitt: Wiesława Otocka
Mit: Tadeusz Łomnicki (Bazyl), Krystyna Stypułkowska (Pelagia), Zbigniew Cybulski (Edmund), Wanda Koczeska (Mirka), Kalina Jędrusik (Journalistin), Teresa Szmigielówna (Krankenschwester Teresa), Roman Polański (Dudzio)
88 Min., sw, DCP, Poln/e