In ihrem autobiografischen Essayfilm rekonstruiert Levi anhand des Nachlasses ihrer Mutter die eigene Familiengeschichte, um über das Verhältnis von privater und öffentlicher Geschichtsschreibung nachzudenken. Ihre Mutter, die als Jüdin die NS-Zeit in Deutschland überlebte, hinterliess ihrer Tochter ein umfangreiches Archiv aus Audiokassetten, 16-mm- und Super-8-Film, Video, Fotografien und Schriftstücken. Aus diesem Material entwickelt Levi eine persönliche und zugleich politische Auseinandersetzung mit jüdisch-deutscher Identität. Im Voice-over kommentiert sie das ausgewählte Material, ohne der Spannung zwischen Ungesagtem und Gesagtem auszuweichen. In tastender Rekonstruktion werden die Überlieferungen der Mutter so angeordnet, dass sich fragen lässt, wo verdrängt und verschoben werden musste: «Der Film handelt von Traumatisierung und davon, wie auf Makro- und Mikroebenen permanent Geschichte produziert, archiviert und eingeordnet wird.» (Angelika Levi) (df)
Drehbuch: Angelika Levi
Kamera: Angelika Levi, Antje Schäfer, Markus Otto
Musik: Marta Monserrat
Schnitt: Angelika Levi
93 Min., Farbe, DCP, D/e