Nüschelerstrasse 11, 8001 Zürich - 044 415 33 66

< Zurück
Ich denke oft an Hawaii
Elfi Mikesch (BRD 1978)

Der experimentelle Dokumentarfilm porträtiert eine Berliner Arbeiterfamilie: Die 16-jährige Carmen lebt mit ihrer alleinerziehenden Mutter und ihrem Bruder Tito in einem Reihenhaus am Rande Berlins. Ihr Vater, ein US-amerikanischer Soldat aus Puerto Rico, hat die Mutter mit den Kindern sitzenlassen. Frühmorgens verlässt diese das Haus zur Putzarbeit, kniend reinigt sie endlos lange Flure, ihr Griff in den knallgelben Plastikeimer wiederholt sich. Auch Carmen putzt, in fast eingefrorenen Bewegungen – ihre Stimme aus dem Off klingt schleppend. Sie findet die Arbeit ihrer Mutter eintönig. Die beklemmenden Verhältnisse werden nicht durch Tat-, sondern durch Imaginationskraft unterlaufen: Monotonie und Alltag verbinden sich mit schwülstiger Musik, schillernden Kostümen und pathetischen Gedichten – ein eskapistischer Protest gegen die Gleichförmigkeit der Alltagsroutinen. Ein Film, der die Träume der Familie ernst nimmt und ihre Gesichter so in Szene setzt, dass sie vor Sinnlichkeit strahlen. (df)

Drehbuch: Elfi Mikesch
Kamera: Elfi Mikesch
Schnitt: Elfi Mikesch, Elfi Tillack

Mit: Ruth Rossol (Mutter Ruth), Carmen Rossol (Carmen), Tito Rossol (Bruder)

85 Min., Farbe + sw, DCP, D, ab 12 Jahren

Spieldaten
Sa.,
21.11.2026
18:00
Einführung von Caroline Schöbi, Filmwissenschaftlerin, 10'