Wie ist sexualisierte Gewalt darstellbar? Das Programm versammelt experimentelle Zugriffe auf etwas nicht Abbildbares. Das Problem ist meine Frau nähert sich häuslicher Gewalt in dokumentarisch inszenierten Therapiesitzungen in einem reduzierten Studio. Im Fokus stehen Ehemänner, die ihre Frauen schlagen und therapeutische Hilfe suchen – gespielt von Schauspielern, die Sitzungen mit echten Therapeuten nachstellen. In antiillusionistischer Kulisse werden rhetorische Strategien und Mechanismen männlicher Gewalt freigelegt. Ich hätte lieber einen anderen Film gemacht begegnet sexualisierter Gewalt mit übereinandergelegten Bildprojektionen, beschnittenen Familienfotos und autobiografischem Voice-over. Ausgangspunkt ist die Gewalt, die Itzel als Kind durch den Vater erlitt. Im Ringen um Sprache und Bilder wird das Darstellungsvakuum traumatischer Erlebnisse als Leerstelle am und im Bild erfahrbar und die Rekonstruktion eigener Erinnerungen zur Selbstbehauptung, das Erlebte nicht mehr zu beschweigen. (df)
Gesamtdauer: 76 Min.
Kamera: Vladimir Majdandzic
Musik: Stefan Lienenkämper
Schnitt: Calle Overweg, Natali Barrey
52 Min., Farbe, Digital SD, D/e