In Afterlives (2025), Lees erstem abendfüllenden Desktop-Film, wendet sich der Filmemacher dem Wechselverhältnis von Bildern und Gewalt anhand von IS-Propagandavideos zu. Die Fragen sind von Farocki inspiriert: Wie kann man sich Bildern des Terrors kritisch nähern, ohne ihre toxischen Inhalte ungewollt zu verstärken? Von welcher Position aus lassen sie sich wirksam analysieren und gegen ihre Absicht wenden? Im Hin und Her zwischen Online-Umgebungen und Dialogen mit Forschern, zwischen Museumsartefakten und KI-Bildern und inspiriert von der Figur der Medusa bietet Lees Film Orientierung für die komplizierte Navigation durch die heutigen On- und Offline-Bildwelten. (vp)
Drehbuch: Kevin B. Lee
Kamera: Ginan Seidl
Musik: Tadklimp, Maya Shenfeld
Schnitt: Janina Herhoffer, Kevin B. Lee
88 Min., Farbe, DCP, E/d
Harun Farocki: Presented (2018) ist einer von drei kurzen Video-Essays für das Goethe-Institut, die sich explizit mit Farockis Werk befassen. Entlang den Auftritten des Filmemachers in seinen Filmen entwickelt Lee eine Taxonomie unterschiedlicher Formen der Autorschaft. Welches kritische Potenzial liegt darin, den eigenen Rechercheprozess auf der Leinwand sichtbar zu machen? Wie kann der eigene Körper als kinematografisches und analytisches Werkzeug eingesetzt werden? (vp)
11 Min., Farbe, Digital HD, E