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The Crowd
King Vidor (USA 1928)

English text below

John Sims, der am 4. Juli 1900 zur Welt kommt, hat eine grosse Zukunft vor sich – jedenfalls glaubt das sein Vater bei der Geburt. Doch tatsächlich führt John das ganz gewöhnliche Leben eines Angestellten in einem New Yorker Grossraumbüro: Er lernt Mary kennen, die beiden heiraten und bekommen zwei Kinder. Während andere Karriere machen, geht es für John aber nicht voran. Als das Schicksal zuschlägt und die Tochter tödlich verunglückt, gerät er vollends aus dem Tritt.
«King Vidors The Crowd ist der grösste sozialkritische Film vor dem Börsencrash (...). Der tiefgründige Naturalismus des Films wagt es, die Lebensgeschichte eines Mannes zu erzählen, der ohne viel Talent oder Antrieb glaubt, es zu etwas bringen zu können, dies aber nie erreichen wird. Der amerikanische Traum ist eine Illusion (...). Vidor war einer der ersten intellektuellen Regisseure des Kinos. (...) Seine Filme sind in vielerlei Hinsicht einzigartig: Sie zeigen nie Bösewichte, und zwei Drittel der Drehbücher, die nicht von ihm selbst geschrieben wurden, stammen aus der Feder von Frauen. Er war einer der Ersten, die New York ausgiebig als Drehort nutzten; in The Crowd verwendete er versteckte Kameras, um die Realität des Strassenlebens einzufangen. (...) Und er entwarf eine komplexe Eröffnungseinstellung: Die auf einem Kran montierte Kamera schwenkt von den Menschen, die in einem Bürogebäude ein und aus gehen, nach oben, bevor sie durch das Fenster eines Stockwerks in einen Raum voller Schreibtische fährt und schliesslich auf den von John zusteuert. Diese Sequenz war so erfolgreich darin, das gesichtslose Grossstadtleben eines anonymen Angestellten einzufangen, dass Wilder sie in The Apartment (...) wiederholte und Welles sie in The Trial aufbauschte. (...) The Crowd brachte vieles über das Kino der Zwischenkriegszeit auf den Punkt.» (Mark Cousins: The Story of Film, Pavilion 2020)

"Three years after Greed another MGM became the greatest pre-Wall Street crash social problem picture of its time. The Crowd, directed by King Vidor, tells the story of an ordinary couple, John, an office clerk, and his wife Mary, two of the multitude who throng the streets of New York. The couple get married and have a baby girl, who dies. John cannot accept this tragedy and in a heartbreaking scene tries to hush the noise of the city so that it won't disturb her slumber, not realizing that the baby is dead. As his hope wanes, he almost kills himself but instead takes a job as a sandwich board man. The film's profound naturalism dares tell the life story of a man without much talent or drive, who thinks he can get to the top but who will never achieve this. The American dream is a delusion (…). Vidor was one of cinema's first intellectual directors (…). The Crowd was one of the first to use New York extensively as a location; its director used hidden cameras to capture the reality of street life. (…) Vidor designed a complex opening shot. (…) The Crowd encapsulates a lot about cinema between the two World Wars." (Mark Cousins: The Story of Film, Pavilion 2020)

Drehbuch: King Vidor, John V. A. Weaver, Harry Behn
Kamera: Henry Sharp
Schnitt: Hugh Wynn

Mit: Eleanor Boardman (Mary), James Murray (John Sims), Bert Roach (Bert), Estelle Clark (Jane), Daniel G. Tomlinson (Jim, Marys Bruder), Dell Henderson (Dick, Marys Bruder), Lucy Beaumont (Marys Mutter)

104 Min., sw, 35 mm, stumm, e Zw'titel, ab 14

Spieldaten
Do.,
17.6.2021
18:00
Stummfilm mit Alexander Schiwow am Piano