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Ballade vom kleinen Soldaten & Lektionen in Finsternis

Gesamtdauer: 99 Min.

Programm

Werner Herzog, Denis Reichle (BRD 1984)

English review

Das indigene Volk der Miskito, das von Nicaraguas Somoza-Regime verfolgt wurde, schloss sich der Sandinis
ten-Revolution an in der Hoffnung auf Freiheit und kulturelle Selbstständigkeit. Doch als die Sandinisten an die Macht kamen, wurden die Miskito brutal aus ihrem Stammesgebiet vertrieben und in die Neuzeit geschleppt. Enttäuscht zogen die Miskito erneut in den Kampf gegen das Regime, unterstützt von Somoza-Leuten und der CIA. Dabei rekrutierten sie Kindersoldaten.
«Der grösste Teil des Films besteht aus Interviews in Flüchtlingslagern mit den Miskito, die mit einem schrecklichen, gelassenen Stoizismus aus erster Hand von Folter und Mord erzählen. Herzog, ein politischer Skeptiker, dessen anfängliche Sympathien wohl der Revolution galten, nimmt all dies mit unsentimentaler Trauer auf. ‹Ich kann nicht glauben›, sagt er an einer Stelle, ‹dass die Sandinisten dies beabsichtigt haben.› Ballade vom kleinen Soldaten ist kein aufrührerischer Film. Er ist sowohl ein Klagelied über den idiotischen Zustand der Welt als auch ein Lobgesang auf den menschlichen Geist.» (Vincent Canby, New York Times, 3.4.1985)


Drehbuch: Werner Herzog, Denis Reichle
Kamera: Michael Edols, Jorge Vignati
Schnitt: Maximiliane Mainka

Mit: Werner Herzog, Denis Reichle

45 Min., Farbe, DCP, D+Sp+E/e


Werner Herzog (Frankreich/GB/Deutschland 1992)

English review

«Nach dem Ersten Golfkrieg reisten Herzog und Kameramann und Koproduzent Paul Berriff nach Kuwait. Was sie im Sand vorfanden, war neben Knochen, Kratern, rostendem Militärschrott und zerschmetterten Gebäudehüllen ein flammendes Inferno. Die düstere Landschaft, die sich ihnen bot, war noch dramatischer als die Trümmer, die Herzog in der Sahara für Fata Morgana gefilmt hatte. Kein Wunder also, dass er sich anstelle des (ironischen) Schöpfungsmythos, den er für den früheren Film verwendet hatte, eine ‹Erzählung› ausdachte, um die apokalyptischen Aspekte von Saddam Husseins Feuersbrunst hervorzuheben. Das Ergebnis in 13 ‹Kapiteln› ist eine Beschwörung der Hölle auf Erden. Riesige Flammensäulen und schwarzer Rauch verwandeln die Wüste in eine surreale, expressionistische Alptraumwelt; Kuwaitis schauen schockiert und traurig in die Kamera, aber nicht vorwurfsvoll; Feuerwehrleute scheinen bizarre, urzeitliche Rituale zu praktizieren, wenn sie schweigend ihrer scheinbar erfolglosen Arbeit nachgehen. Herzogs eigene leise, ehrfürchtige Stimme intoniert die poetische Erzählung, während Wagner, Mahler, Verdi und Pärt für eine epische, elegische musikalische Untermalung sorgen.» (Geoff Andrew, Time Out Film Guide)


Drehbuch: Werner Herzog
Kamera: Paul Berriff, Rainer Klausmann
Schnitt: Rainer Standke

Mit: Werner Herzog (Erzähler)

54 Min., Farbe, DCP, D+E+Arab/e

Spieldaten