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Frau Oyu
(Oyu-sama)
Kenji Mizoguchi (Japan 1951)

Der junge Shinnosuke soll endlich heiraten, doch als mit Shizu eine weitere Kandidatin zu Besuch kommt, verliebt er sich in deren elegante Schwester Oyu (Kinuyo Tanaka). Diese darf als Witwe und Mutter nicht mehr heiraten, weil die Tradition will, dass sie bei ihrer Schwiegerfamilie bleibt. Shizu willigt schliesslich ein, Shinnosuke zu heiraten, damit er Oyu fortan nahe ist und sie glücklich machen kann. Doch Shizus selbstloser Akt führt zu Frustration und Unheil.
Die Geschichte einer Liebe zu dritt, extrem stilisiert und gleichzeitig extrem realistisch. «Die Figuren sprechen ihre Gefühle nicht aus, sie verraten sie durch wenige vieldeutige Worte oder durch besondere Aufmerksamkeit einer anderen Person gegenüber. Umgekehrt verrät der Wortschwall banale und konventionelle Lebensauffassungen: Aus dem Mund von Oyus Schwiegervater spricht pausenlos die Moral.» (Alain Masson, La revue du cinéma, 1984)
Über die lange Einstellung, in der das Liebesdreieck endgültig aus den Fugen gerät, sagte Mizoguchi: «Wenn im Ablauf einer Szene mit sich steigernder Dichte ein psychischer ‹Akkord› auftritt, vermag ich nicht, die Szene plötzlich zu schneiden. Ich versuche, den Augenblick zu intensivieren, indem ich die Einstellung so lange anhalte. Solcherart ist der Inszenierungsstil entstanden, den man bei mir beobachten kann – weder aus bewusster Überlegung noch aus Sucht zu Neuerung.»

Drehbuch: Yoshikata Yoda, nach dem Roman «Ashikari» von Junichiro Tanizaki
Kamera: Kazuo Miyagawa
Musik: Fumio Hayasaka
Schnitt: Mitsuzo Miyata

Mit: Kinuyo Tanaka (Oyu Kayukawa), Nobuko Otawa (Shizu, Oyus Schwester), Yuji Hori (Shinnosuke Seribashi), Kiyoko Hirai (Osumi, Shinnosukes Tante), Reiko Kongo (Otsugi Kayukawa), Eijiro Yanagi (Eitaro), Eitaro Shindo (Kusaemon), Kanae Kobayashi (Kindermädchen)

94 Min., sw, Digital HD, Jap/d

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