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Filmerbe und Restitution: Wem gehören die Bilder?

Was bedeuten die Enteignung und die Migration eines unter kolonialen Bedingungen entstandenen Filmerbes? Welche Modelle einer kritischen Wiederaneignung bieten sich an und welche Formen der Kooperation zwischen Archiven? Der Filmwissenschaftler und Kurator Nikolaus Perneczky zeigt anhand von zwei Filmen, wie Fragen der Restitution und der Reparation auch Bewegtbilder in Archiven betreffen.

Einführung von Filmwissenschaftler und Kurator Nikolaus Perneczky und anschliessendes Gespräch, moderiert von Philip Widmann (UZH), auf Englisch

Der Abend ist Teil der interuniversitären Doktoratskooperation «Visuelle Dispositive: Kino, Photographie und andere Medien» (Universität Zürich / Université de Lausanne). Am 11. November findet an der UZH ein Doktoratsworkshop mit Nikolaus Perneczky statt.

Gesamtdauer: 49 Min.

Programm

Theo Panagopoulos (GB 2024)

Der griechisch-libanesisch-palästinensische Filmemacher Theo Panagopoulos stösst im audiovisuellen Archiv der schottischen Nationalbibliothek auf eine Sammlung von Bewegtbildern aus der britischen Mandatszeit. Fragmente aus dem Korpus setzen sich zu einer Befragung dieser fremdbestimmten Bilder aus einer Zeit zusammen, aus der sonst kaum filmische Zeugnisse palästinensischen Lebens erhalten sind. Für den Zugang zu diesem Material musste Panagopoulos jedoch zahlen. The Flowers Stand Silently, Witnessing ist deshalb auch eine Dekonstruktion der ungleichen Besitzverhältnisse, die einen palästinensischen Filmemacher dazu zwingen, Archivbilder seines Heimatortes von einem imperialen Archiv zurückzukaufen.

Drehbuch: Theo Panagopoulos
Musik: Alexandra Katerinopoulou
Schnitt: Theo Panagopoulos

17 Min., Farbe, Digital HD, E+Arab/e


Hussein Shariffe (Sudan 1975)

Hussein Shariffes experimenteller Film ist eine eindringliche Meditation über Erinnerung und historisches Trauma, verdichtet in der Ruinenstadt Suakin. Einst blühender Knotenpunkt am Roten Meer, erscheint die Stadt hier als gespenstischer Raum aus bröckelnden Korallenmauern und leeren Gassen, heimgesucht von einer langen und oft gewaltförmigen Vergangenheit. Die aktuelle Restaurierung des Films erzählt ihrerseits die Geschichte einer internationalen Archivkooperation zwischen Partnern im geopolitischen Norden und Süden, die für «Restitution» und «Reparation» steht. Doch was bedeuten diese Begriffe in der Praxis der Filmrestaurierung und im audiovisuellen Archivwesen?

Drehbuch: Hussein Shariffe
Kamera: Abdel Moneim Adawi
Schnitt: Alan Ballard

32 Min., Farbe, Digital HD, Arab/e

Spieldaten
Di.,
10.11.2026
18:30
Einführung von Filmwissenschaftler und Kurator Nikolaus Perneczky und anschliessendes Gespräch, moderiert von Philip Widmann (UZH), auf Englisch