Wie kaum ein anderer Filmemacher hat Jia Zhang-ke die Geschichte Chinas in den vergangenen 30 Jahren begleitet. Der Siegeszug des Kapitalismus und der damit einhergehende rasante gesellschaftliche Wandel stellen den erzählerischen Kern dar, dem alle seine Filme entspringen. Die filmischen Formen, die Jia verwendet, sind vielfältig: Gangsterepos, Melodram, neorealistisches Strassenkino oder Dokumentarfilm finden in seinem Schaffen mühelos zueinander und erzeugen eine betörende Bildsprache mit ungemeiner Sogkraft. Anlässlich der Premiere seines neusten Films, Caught by the Tides (2024), einer fragilen Liebesgeschichte, die aus Bildern besteht, die Jia während 23 Jahren gedreht hat, blicken wir zurück auf dieses einzigartige Werk. Am 23. und am 24. April dürfen wir zudem Tony Rayns begrüssen, einen der wichtigsten Experten für das chinesische Kino und langjährigen Begleiter von Jia Zhang-kes Schaffen. Mehr >